Gichttherapeutika

Colchicin: Patient stirbt nach Überdosierung Nadine Tröbitscher, 23.01.2017 14:02 Uhr

Berlin - Purinreiche Lebensmittel können zu erhöhten Harnsäurewerte führen. Lagert Harnsäure sich in Form von Kristallen in den peripheren Gelenken und Geweben ab, können Rötung, Schwellung, Schmerz und Überwärmung auftreten. Ein akuter Gichtanfall kann mit Kortison, nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) oder Colchicin behandelt werden. Bei der Dosierung der Herbstzeitlosen dürfen die zugelassenen Maximaldosierungen nicht überschritten werden. Die Nebenwirkungen könnten tödlich sein.

Die Arneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) meldete kürzlich eine versehentliche Überdosierung von Colchicin mit Todesfolge. Ein 73-jähriger Patient verstarb etwa 50 Stunden nach der Einnahme des Arzneimittels an einem Multiorganversagen. Der Mann nahm eine Vielzahl von anderen Medikamenten ein, da er außer an rezidivierenden Gichtanfällen unter anderem an Diabetes Typ 2, Hypertonie, Hyperlipidämie und koronarer Herzkrankheit litt. Akute Gichtanfälle behandelte er mit einer Colchicin-Lösung.

Im Akutfall wird als Initialdosis 1 mg Colchicin eingenommen. Das entspricht zwei Tabletten zu je 0,5 mg oder 2 ml der Lösung. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Anschließend kann je nach Beschwerden alle ein bis zwei Stunden eine weitere Tablette oder ein ml Lösung eingenommen werden. Patienten dürfen jedoch die Maximaldosis von 8 mg innerhalb 24 Stunden beziehungsweise 12 mg pro Gichtanfall nicht überschreiten. Der ältere Mann nahm jedoch 50 ml der Lösung ein, was 25 mg Colchicin entspricht.

Der Wirkstoff wird rasch vom menschlichen Körper resorbiert und hauptsächlich über die Leber oder unverändert über Niere wieder ausgeschieden. Das Alkaloid besitzt eine geringe therapeutische Breite und geht unter anderem mit Inhibitoren des P-Glykoproteins und CYP3A4 Wechselwirkungen ein. Erste Symptome einer Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen, Durchfall oder Elektrolytstörungen sein. Diese Beschwerden treten in den ersten 24 Stunden nach der Einnahme auf und können in ein Multiorganversagen übergehen. Metabolische Azidose, Herzrhythmusstörungen, Herz-, Lungen- oder Nierenversagen können zum Tod führen.
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