Biontech entwickelt Impfstoff gegen MS

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Berlin -

Unter anderem durch die Zulassung des Corons-Impfstoffes Comirnaty des Mainzer Unternehmens Biontech ist die mRNA-Technologie auch in der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Doch die Technologie kann weitaus mehr, als vor Covid-19 zu schützen. mRNA-Impfstoffe könnten bei zahlreichen weiteren Erkrankungen helfen. Biontech selbst entwickelt gerade einen Impfstoff gegen Multiple Sklerose.

Biontech setzt auch bei weiteren Forschungsprojekten auf die mRNA-Technologie. Nach Angaben des Mainzer Unternehmens ist ein möglicher mRNA-Impfstoffansatz gegen MS bereits entwickelt worden. Gemeinsam mit der Mainzer Universität seien erste vorklinische Studien erfolgreich verlaufen.

Im Tierversuch konnte der mRNA-Impfstoff die Entstehung einer MS erfolgreich aufhalten. Typische Überreaktionen des Immunsystems, die an der Entstehung der Autoimmunkrankheit beteiligt sind, konnten verhindert werden. Der Impfstoff setzt sich aus einer modifiziertne mRNA verpackt in Lipid-Nanopartikel zusammen. Die RNA-Fragmente müssen im Körper dann von den Ribosomen intrazellulär abgelesen werden, um die erkrankungsrelevanten Autoantigene zu produzieren. Diese werden auf dendritischen Zellen präsentiert.

Autoimmunerkrankungen wie MS resultieren unter anderem aus Gewebeschädigungen durch autoreaktive T-Lymphozyten. Die mRNA-Technologie soll dazu führen, dass die körpereigene Reaktion auf die Autoantigene ausbleibt. Der Ansatz der Technologie erweitert einen bestimmten Typ von Antigen-spezifischen Effektor-regulatorischen T-Zellen – nach der Impfung toleriert der Körper die entstandenen Selbstantigene.

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