Krankheit und Therapie verstehen

Welt-MS-Tag: Beratungsqualität erhöhen Alexandra Negt, 30.05.2020 09:08 Uhr

Berlin - Allein in Deutschland leben eine Viertelmillion Menschen mit der aktuell noch unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose. Europaweit sind es 700.000. „Miteinander Stark!“ lautet das Motto des diesjährigen Welt-MS-Tages. Die Botschaft der bundesweiten Aktionen lautet: „Allein zu Haus? Wir bleiben in Verbindung. Die DMSG hilft.“ Gerade in Zeiten von Corona sei es wichtig, die Patientenversorgung weiterhin sicher zu stellen, betont die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft. Auch die Apotheke kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie Therapien erklärt und Wege im Umgang mit der Krankheit aufzeigt.

Die Multiple Sklerose ist nach der Epilepsie die zweithäufigste neurologische Erkrankung junger Erwachsener. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 30 Jahren. Frauen erkranken fast doppelt so häufig wie Männer. Die entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems ist aktuell nicht heilbar. Spezielle Medikamente – darunter viele monoklonale Antikörper, Ester der Fumarsäure und Zytostatika – können das Voranschreiten nur verlangsamen.

„Krankheit mit den tausend Gesichtern“

Vorhersagen zu Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg der Multiplen Sklerose ist von Patient zu Patient stark unterschiedlich. Allgemeingültige Aussagen können kaum gegeben werden. Die multiple Sklerose ist eine autoimmune, chronisch-entzündliche neurologische Erkrankung mit unterschiedlichen Verlaufsformen. Entgegen der landläufigen Meinung führt die Erkrankung nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen – ein Leben im Rollstuhl ist nicht zwangsläufig die Konsequenz einer langjährigen Erkrankung. Auch, wenn es bei der Erkrankung zu Schädigung der Markscheiden kommt, so können Patienten durch die aktuell zugelassenen Medikamente lange Zeit mobil und unabhängig bleiben.

So sind etwa die Hälfte aller Patienten nach 15 Jahren nach Erkrankungsbeginn noch gehfähig. Weniger als 10 Prozent der Erkrankten sterben an direkten Folgen der Erkrankung oder eventuell auftretenden Komplikationen. Eine generelle Symptomatik liegt nicht vor. Sie sind davon abhängig, welche Region des zentralen Nervensystems von der Entzündung betroffen ist. Auch die Stärke der Entzündung spielt eine wichtige Rolle. Patienten profitieren dauerhaft von einer möglichst frühzeitigen Behandlung. Eventuelle Spätfolgen der Krankheit können so durchaus minimiert werden.

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