Im Vergleich: Moderna und Biontech

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Berlin -

Der mRNA-Impfstoff von Moderna hat als zweite Vakzine die Zulassung für Europa erhalten. Die beiden nun verfügbaren mRNA-Impfstoffe basieren zwar auf der gleichen Technologie, dennoch unterscheiden sie sich in einigen Punkten.

Der Impfstoff mRNA-1273von Moderna hat von der EMA eine Zulassung erhalten. Somit kann auch in Deutschland bald mit zwei Vakzinen pandemisch geimpft werden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte dem Corona-Impfstoff bereits im Dezember eine Notfallzulassung erteilt. Kurz vor Weihnachten konnten hier die ersten Impfungen vollzogen werden.

Bei beiden Mitteln handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe. Bislang sind keine Impfstoffe oder Arzneimittel mit dieser Technologie zugelassen. Mit der mRNA enthalten die Impfstoffe die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers – der Körper muss also zunächst die mRNA in den Ribosomen der körpereigenen Zellen umbauen. Auf dieser Grundlage stellt der Organismus das Virusprotein her. Gegen dieses entwickelt der Körper seine Immunantwort. Die mRNA wird dabei nicht in das Erbgut des Menschen eingebaut.

Obwohl Biontech und Moderna beide auf die neuartige Technologie setzen, unterscheiden sich die Vakzine in einigen Punkten. Der Impfstoff von Moderna benötigt beispielsweise keine Ultratiefkühlschränke zur Lagerung. mRNA-1273, so der vorläufige Name des Moderna-Kandidaten, kann bei -25 °C bis -15 °C gelagert werden. Biontechs Impfstoff Comirnaty ist nur bei Temperaturen um die -80 °C stabil. Nach dem Auftauen kann der Moderna-Imfpfstoff für bis zu 30 Tage bei Kühlschranktemperatur gelagert werden. Unbenutzte Vials sind bei Raumtemperatur bis zu 12 Stunden stabil. Nach der ersten Entnahme sollten alle enthaltenen Dosen binnen sechs Stunden verimpft werden. Ein erneutes Einfrieren darf nicht erfolgen. Der Impfstoff von Biontech ist nicht ganz so stabil und kann im Kühlschrank bei Temperaturen von 2 °C bis 8 °C nur fünf Tage gelagert werden.

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