BfArM-Präsident: „Engpässe sind Problem für Apotheker“

, Uhr aktualisiert am 19.12.2019 10:33 Uhr

Berlin - Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Professor Dr. Karl Broich, hat die zunehmenden
Lieferengpässe von Medikamenten als „völlig inakzeptabel“ kritisiert. In Einzelfällen müssten deshalb bestimmte Krebstherapien unterbrochen oder verschoben werden, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Die Engpässe seien im Moment vor allem ein Problem für Apotheker, die dann Zeit in die Suche von Ersatzmedikamenten investieren müssten. „Das gelingt ihnen aber fast immer.“ Broich: „Die Ausfälle nehmen zu, das ist ganz deutlich. Aber die Lieferengpässe wirken sich nur selten gravierend auf die Patienten aus.“

Dennoch sei das Problem keineswegs nur aufgebauscht: „Die Lieferschwierigkeiten sind ja da. Und sie führen in einzelnen
Fällen auch dazu, dass ein Versorgungsnotstand eintritt.“ Wenn es in der Lieferkette zu einem Problem komme, bestehe die Gefahr,
dass die Patienten das unmittelbar zu spüren bekämen. Der BfArM-Präsident verwies darauf, dass wichtige Therapien, etwa bei Krebspatienten, oder Operationen, beispielsweise wegen des Mangels an Narkosemitteln, verschoben werden müssten. „Das ist völlig inakzeptabel.“

Das BfArM sammelt die freiwilligen Meldungen über Lieferengpässe bei wichtigen Medikamenten. Nicht immer kämen die Unternehmen aber ihrer Selbstverpflichtung nach: „Manchmal erfahren wir erst aus der Presse oder aus Fachkreisen davon, dass ein Mittel nicht lieferbar ist.“ Broich begrüßt daher, dass die Hersteller nach dem Willen der Koalition in Berlin demnächst verpflichtet werden sollen, bevorstehende oder akute Engpässe zu melden.

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