Hilfe bei Lieferengpässen: Ja – aber nur freiwillig

, Uhr

Berlin - Der Phagro wehrt sich gegen Pläne der Bundesregierung, Großhändler zu längerer Lagerhaltung zu verpflichten. Der Verband erkläre sich bereit, Informationen bereitzustellen – eine Verpflichtung der Branche sei dabei jedoch nicht zielführend. Sie würde nur zu neuen Belastungen in der Lieferkette führen.

Zusätzliche Anordnungen zur Lagerhaltung oder Kontingentierung beim Großhandel würden demnach ins Leere laufen, wenn der Großhandel ohnehin nicht oder nur eingeschränkt beliefert wird. „Als vollversorgende pharmazeutische Großhandlungen leiden wir erheblich unter Lieferengpässen“, so der geschäftsführende Phagro-Vorstand Marcus Freitag. „Behördliche Anordnungen zur Lagerhaltung bei Lieferengpässen bringen gar nichts, wenn Arzneimittel nicht mehr ausreichend vorhanden sind. Sie belasten im Gegenteil den Großhandel und verschärfen den ohnehin schon hohen Kostendruck in der Arzneimitteldistribution.“

Am Mittwoch hatte der Gesundheitsausschuss des Bundestags den Entwurf des Gesetzes für einen fairen Kassenwettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FKG) beraten. Mit dem plant das Bundesgesundheitsministerium, die Transparenz in der Lieferkette durch verpflichtende Bestands- und Abgabedatenmeldungen zu erhöhen und behördliche Anordnungen zur Lagerhaltung und Kontingentierung zu ermöglichen. Der Verband sieht in dem Vorhaben Licht und Schatten.

„Der Phagro begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesregierung den Kampf gegen Lieferengpässe bei Arzneimitteln auf die politische Agenda gesetzt hat“, so Freitag. Die vom Gesetzgeber vorgeschlagenen Maßnahmen würden das Problem allerdings nicht lösen, sondern zu neuen Belastungen in der Lieferkette führen. Dabei räumt der Phagro ein, dass er der zuständigen Bundesoberbehörde wertvolle Informationen zur Verfügung stellen könnte, mit denen drohende Lieferengpässe besser erkannt und Transparenz über noch verfügbare Bestände geschaffen werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr Sicherheit, höhere Kosten
GVWG: Treuhand-Pflicht für Rechenzentren »
Ausgangssperre und Testpflicht an Schulen
Bund legt Vorschlag für Corona-Gesetz vor »
GKV-SpiBu will „Grundfinanzierung“ für Apotheken
GKV: Spahn macht reiche Apotheken reicher und arme ärmer »

Mehr aus Ressort

Biosimilars und Covid-Flaute in Kliniken
Roche: Pharma schwach, Diagnostics stark »
Versandapotheke verlässt Marktplätze
DocMorris: Abschied von Idealo und Ebay »
Supermarkt vor Apotheke
Weleda verkauft lose Ware »
Weiteres
E-Rezepte für CallMyApo – und Shop-Apotheke
Zava knackt Millionenmarke»
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Biosimilars und Covid-Flaute in Kliniken
Roche: Pharma schwach, Diagnostics stark»
Versandapotheke verlässt Marktplätze
DocMorris: Abschied von Idealo und Ebay»
Supermarkt vor Apotheke
Weleda verkauft lose Ware»
Neue arbeitsrechtliche Fragen
Positiver Test als Kurzurlaub»
Testpflicht in Sachsen und Berlin
Laientests nur unter Aufsicht»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B