Immunonkologie

Bavencio: Hoffnungsträger auf dem Markt

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Berlin -

Bavencio (Avelumab) gegen aggressiven und seltenen Hautkrebs kommt auf den Markt: Im September hatte Merck für seinen Hoffnungsträger gegen Krebs die Zulassung erhalten. In diesen Tagen wird das Arzneimittel erhältlich sein.

Avelumab kommt als Monotherapie für die Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinoms (mMCC) auf den Markt. Der humane Antikörper gegen den programmierten-Zelltod-Liganden 1 (PD-L1) dient der Behandlung von Erwachsenen mit mMCC. Der Checkpoint-Inhibitor kann die Immunantwort verstärken. Avelumab bindet an den PD-L1 und hemmt die Interaktion zwischen PD-L1 und den dazugehörigen Rezeptoren. Somit wird die suppressive Wirkung auf zytotoxische CD8 T-Zellen aufgehoben und die Immunantwort gegen den Tumor wiederhergestellt. Entwickelt wurde das Arzneimittel von Merck und Pfizer, beide Konzerne kooperieren als immunonkologische Allianz.

Bavencio ist als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in der Stärke 20 mg/ml erhältlich. Dosiert werden 10 mg/kg KG alle zwei Wochen. Die Lösung wird intravenös über 60 Minuten verabreicht. Als Prämedikation wird den Patienten vor den ersten vier Infusionen ein Antihistaminikum und Paracetamol verabreicht. Verläuft die vierte Gabe ohne infusionsbedingte Reaktionen, obliegt dem Arzt die Entscheidung, die Prämedikation bei den folgenden Behandlungen zu verabreichen.

Zu den möglichen Nebenwirkungen unter Bavenvio zählen Fatigue, Übelkeit, Durchfälle, verminderter Appetit, Obstipation, Bauchschmerzen, Infusionsreaktionen, Gewichtsverlust und Erbrechen.

Wirksamkeit und Sicherheit von Bavencio wurden in der Studie „Javelin Merkel 200“ belegt. Die offene, einarmige, multizentrische Studie schließt 88 Probanden ein. Die mMCC-Erkrankung der Teilnehmer wurde histologisch bestätigt und war trotz Chemotherapie mit Fernmetastasen fortgeschritten. Etwa 65 Prozent der Teilnehmer hatten sich einer Chemotherapie unterzogen. Die übrigen Probanden hatten bereits zwei oder mehr vorangegangene Therapien hinter sich gebracht.

In Europa erkranken jährlich etwa 2500 Menschen. Weniger als die Hälfte der Erkrankten überlebt das nächste Jahr. Nur etwa 20 Prozent der Patienten leben länger als fünf Jahre. Weitere Einführungen sind außer in den EU-Mitgliedstaaten auch in Island, Liechtenstein und Norwegen geplant.

Merck setzt auf den neuen Blockbuster, der sich in weiteren Studien befindet. Es laufen gleich mehrere klinische Studien zu verschiedenen Krebsarten wie Lungenkrebs, Brustkrebs, Magenkrebs, Eierstockkrebs, Blasenkrebs, Hautkrebs und Tumoren des Mesothels.

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