Zahl der HIV-Neuinfektionen 2020 etwas gesunken

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Berlin -

Im vergangenen Jahr haben sich laut Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland etwas weniger Menschen mit HIV angesteckt als 2019.

Nach einer Schätzung liegt die Zahl der Neuinfektionen bei 2000 und damit um 300 Fälle niedriger als im Jahr zuvor. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten RKI-Bericht hervor. Etwa 1100 Fälle gehen demnach auf Sex unter Männern zurück, aber auch hier sind die Zahlen rückläufig. Die Entwicklung wird jährlich neu vom RKI abgeschätzt, da HIV oft erst Jahre nach der Ansteckung diagnostiziert wird.

Weniger Neuinfektionen durch PrEP

Die deutlich gesunkenen Neuinfektionszahlen bei der vulnerabelsten Gruppe – Männern, die Sex mit Männern haben – seien nicht zuletzt ein Erfolg der medikamentösen HIV-Prävention (kurz PrEP), teilte der Geschäftsführer der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter, Robin Rüsenberg, mit. Das RKI weist daneben noch auf weitere mögliche Faktoren im Zuge der Corona-Pandemie hin: Menschen könnten Sexualkontakte eingeschränkt haben, zudem weniger Routinetests angeboten oder genutzt worden sein.

Zwei Jahre gehört die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei HIV-Infektion nun zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Vom 1. September 2019 bis 31. Dezember 2020 wurde die PrEP 9915-mal auf einem GKV-Rezept verordnet. Die Gesamtzahl der PrEP-Anwender:innen für diesen Zeitraum beläuft sich auf 22.366.

Laut RKI-Bericht wissen in Deutschland schätzungsweise 9500 Menschen nichts von ihrer HIV-Infektion. „Es ist sehr wichtig, frühzeitig von der Infektion zu erfahren und sich behandeln zu lassen“, sagte der Sprecher der Deutschen Aidshilfe, Holger Wicht. Man schütze damit die eigene Gesundheit, aber auch Sexpartnerinnen und Sexpartner.

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