Antikörpertherapie bei HIV

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Berlin -

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler eine wirksame Impfung gegen das Humane Immundefizienz-Virus zu finden. Erste Unternehmungen in die Richtung wurden bereits in den 80er Jahren unternommen. Doch auch heute, vierzig Jahre später, gibt es keine zugelassene Impfung. Ärzt:innen sehen vor allem die passive Immunisierung als eine Präventionsmöglichkeit.

Das HI-Virus ist sehr wandelbar. Es ist so anpassungsfähig, dass es sich verdeckt im Körper bewegen kann – das Immunsystem erkennt den Erreger nicht als fremd an.

Aktuell gibt es vier verschiedene HIV-Präventionsstrategien. Neben der bisher nicht effektiven aktiven Immunisierung (Impfung) steht auch die Möglichkeit zur antikörper-vermittelten Immuntherapie bereit. Ähnlich wie die Antikörpertherapie bei Covid-Patient:innen sind die Kosten für diese Therapieform sehr hoch. Wie effektiv die Gabe von Antikörpern genau ist, ist momentan nicht abschließend geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass eine Infusion den Patienten/die Patientin drei bis sechs Monate vor einer Infektion schützen könnte.

Die weiteren zwei Präventionsstrategien sind weitaus bekannter, besser erforscht und kostengünstiger. Zum einen können Patient:innen auf die sogenannte PEP/PrEP zurückgreifen. Die hier angewendeten Medikamente sind gut verfügbar. Im Rahmen der Langzeiteinnahme müsste abgewogen werden, ob die potenziellen Nebenwirkungen der Nutzen-Risiko-Abwägung standhalten. Als letzte Option gilt der Safer-Sex – also die Verhütung mit einem Kondom.

Antikörpertherapien kommen in den letzten Jahren zahlreich auf den Markt. Doch das Feld der Indikationen ist eher begrenzt. So entfallen knapp die Hälfte aller Zulassungen auf den Bereich der Onkologie. Über ein Drittel der zugelassenen monoklonalen Antikörper können bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises angewendet werden. Vereinzelt hat die EMA auch in den Bereichen Dermatologie (Psoriasis), Neurologie und metabolische Erkrankungen Zulassungsempfehlungen ausgesprochen.

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