Ernährung

Wie viel Fleisch gesund ist dpa, 26.02.2018 11:50 Uhr

Bonn/Düsseldorf - Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf Fleisch oder essen zumindest weniger davon. Man könnte glatt meinen, Deutschland mutiere zu einer Nation von Vegetariern, Veganern und Flexitariern. Doch noch immer essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie empfohlen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind es pro Kopf und Jahr rund 60 Kilogramm Fleisch und Wurstwaren. Das ist eindeutig zu viel, sagen Experten – gesunde Ernährung sieht anders aus.

Ganz aufs Tier verzichten muss nicht, wer sich ausgewogen ernähren will: Die DGE empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst zu essen. Das entspricht 31 Kilogramm pro Kopf und Jahr, erklärt DGE-Sprecherin Antje Gahl. Fleisch enthält nämlich wichtige Nährstoffe: hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Selen.

Aber wie so oft kommt es auf das richtige Maß an. In Wurst steckt meist viel Fett. „Zusätzlich wird beim Zubereiten von Fleisch noch Fett dazu gegeben, zum Beispiel beim Braten und noch mehr beim Panieren“, erläutert Gabriele Janthur, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. Wie ungesund das ist, hängt auch davon ab, wie viel sich jemand bewegt. Die Rechnung ist einfach: Wer mehr Energie – zum Beispiel in Form von Fett – zu sich nimmt, als er verbraucht, wird dick.

In Fleisch steckt zudem Cholesterin, das Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann. „Die ebenfalls enthaltenen Purine erhöhen die Harnsäure im Blut und können einen Gichtanfall auslösen“, sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). Wer sehr viel rotes Fleisch isst, erhöht womöglich sein Risiko für Darmkrebs. Zum roten Fleisch gehören Fleisch und Fleischerzeugnisse vom Rind, Schaf, Ziege oder Schwein. Der Verzehr von weißem Fleisch, etwa Geflügel, geht dagegen nicht mit einem höheren Krebsrisiko einher.

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