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Zivilisationskrankheiten

Vegetarier haben seltener Diabetes

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Berlin -

Vegetarier erkranken seltener an Typ-2-Diabetes: Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse, die im JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde. Eine Garantie bietet der Fleischverzicht jedoch nicht.

Die Analyse umfasst die Auswertung von neun prospektiven Beobachtungsstudien: Alle zeigen übereinstimmend das seltenere Auftreten von Typ-2-Diabetes bei Menschen, deren Ernährung zum Großteil aus pflanzlicher Kost besteht. In sieben von neun Studien waren die inversen Assoziationen sogar signifikant. Mit einbezogen wurden von den Forschern aus Boston fünf US-Studien, eine Studie aus den Niederlanden, eine aus Griechenland sowie jeweils eine Studie aus Taiwan und Singapur. Insgesamt nahmen mehr als 300.000 Personen teil, von denen rund 23.500 während einer Nachbeobachtungszeit von 2 bis 28 Jahren an einem Typ-2-Diabetes erkrankten.

Die Forscher kommen insgesamt zu dem Ergebnis, dass Vegetarier ungefähr 23 Prozent seltener an einem Typ-2-Diabetes erkranken als Menschen, die Fleisch essen. Fünf der Studien zeigten eine deutliche Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je höher der pflanzliche Nahrungsanteil, umso seltener erkrankten die Teilnehmer. Ein Großteil der Wirkung sei im häufig niedrigeren Body-Mass-Index begründet. Doch auch ohne die Herausnahme des BMI erkrankten die Vegetarier zu 47 Prozent seltener an einem Typ-2-Diabetes.

Ein anderes Ergebnis zeigte eine Studie der Oxford Universität: Ein Team untersuchte mehr als 45.000 Personen, von denen 1224 im Verlauf von knapp 18 Jahren am Typ-2-Diabetes erkrankten: Für Vegetarier zeigte sich ein um 37 Prozent vermindertes Erkrankungsrisiko. Nach der Berücksichtigung des BMI waren die Ergebnisse jedoch nicht mehr signifikant. Menschen mit geringem Fleischkonsum hatten jedoch weiterhin ein niedrigeres Diabetesrisiko.

Ein hoher Anteil an pflanzlicher Kost verlangsamt zwar durch die große Menge an Ballaststoffen die Glucoseresorption, jedoch können kohlenhydratreiche Speisen wie beispielsweise Nudeln und Reis auch eine hohe Insulinausschüttung bewirken. Daher wird die vorwiegend fleischlose Ernährung nicht als Garantie für ein niedrigeres Diabetes-Risiko angesehen.

Die Zunahme von Diabetes-Erkrankungen spielt eine immer größer werdende Rolle: Laut dem Deutschen Diabetes Zentrum (DDZ) gehen Wissenschaftler von einem Anstieg bis 2040 auf 10,7 bis 12,3 Millionen Erkrankten aus. Zunächst wurde eine Zunahme auf 8,3 Millionen Typ-2-Diabetesfälle in den nächsten 20 Jahren errechnet. 2015 waren rund 6,9 Millionen Menschen in Deutschland am besonders verbreiteten Typ-2-Diabetes erkrankt. Wissenschaftler des DDZ und des Robert Koch-Instituts (RKI) haben in einer Studie nicht nur die allgemein steigende Lebenserwartung einbezogen, sondern auch die der Diabetiker. Ihre Lebenserwartung steige aufgrund des medizinischen Fortschritts schneller als die der Nicht-Diabetiker. Solche Trends seien in anderen Ländern bereits beobachtet worden.

Etwa 90 Prozent der Diabetiker leiden an Typ-2-Diabetes: Häufig tritt dieser nach dem 40. Lebensjahr auf. Es handelt sich um einen sogenannten „relativen Insulinmangel“. Das bedeutet, die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, aber die Körperzellen verlieren ihre Empfindlichkeit für das Hormon. Oft ist auch die Ausschüttung des Insulins aus den Bauchspeicheldrüsenzellen gestört. Um dies auszugleichen, schüttet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin aus. Es kommt zu erhöhten Blutzuckerwerten. Typ-2-Diabetes ist eine klassische Zivilisationskrankheit: Ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes.

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