Wasserschaden: Apotheker in der Zeitfalle

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Berlin -

Ein Wasserschaden kann für Apotheken existenzbedrohend sein. Springt die Versicherung nicht ein oder werden nasse Wände und Böden nicht ordnungsmäßig getrocknet, sieht es düster aus. Denn bei einer Verkeimung von Räumen kennt die Aufsicht keine Gnade und schließt schlimmstenfalls den Betrieb. Mit einem Kniff könnten Inhaber jedoch die Kostenübernahme von auf Hygienesanierung spezialisierten Handwerkern durchsetzen, sagt Versicherungsmakler Michael Jeinsen. Doch die Zeit drängt.

In Apotheken gelten besondere Hygienebestimmungen – insbesondere im Labor oder gar im Reinraum dürfen sich keine Schimmelpilze oder Bakterien ausbreiten. Nach einem Wasserschaden oder -rohrbruch ist die Gefahr eines Befalls jedoch hoch. Unzureichende Schadensbehebungen sollten deshalb dringend vermieden werden, rät Jeinsen. Denn schlimmmstenfalls droht, dass die Aufsicht nach der vermeintlichen Beseitigung noch vorhandene Mängel kritisiert.

Inhaber mit Wasserschaden in den Betriebsräumen müssten sofort handeln, so der Berliner Versicherungsexperte, der rund 160 Apotheken betreut. Das geht aus der „Obliegenheitspflicht“ hervor. Denn die Versicherungsnehmer müssten soweit möglich für eine Abwendung oder Minderung des Schadens sorgen. „Die Apotheke hat generell bei jeder Versicherung die Möglichkeit, sich die Sanierung bezahlen zu lassen, wenn sie innerhalb der ersten drei Tage tätig ist.“ Wichtig sei, auf Hygienesanierung spezialisierte Betriebe mit der Norm DIN EN ISO 9001 anzufragen, da sie die Fachleute seien.

Das Problem sei, dass die meisten Apotheker davon nichts wüssten, so Jeinsen. „Bei einem Wasserschaden sollte der Betroffene zuerst nicht der Versicherung Bescheid gegeben, sondern Hilfe bei zertifizierten Fachbetrieben suchen.“ Hilfreich sei, diese Spezialisten schon im Vorfeld zu kennen. Die Telefonnummern und Adressen können beispielsweise auf die „Notfall-Liste“ der Apotheke geschrieben werden. Natürlich müsse auch der Versicherer umgehend über den Schaden informiert werden.

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