Verkehrsstörungen wegen Testansturm

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Berlin -

Die Nachfrage nach Schnelltests ist weiter groß. Apotheken versuchen vielerorts, den Ansturm zu bewältigen. Dazu bedarf es mehr Personals und eines größeren Angebots. Die langen Schlangen vor den Testzentren erfordern sogar polizeiliche Unterstützung.

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss ein negatives Ergebnis eines Antigen-Schnelltests vorzeigen, um zur Arbeit gehen zu dürfen. Dieses darf nicht älter als 24 Stunden sein. Aufgrund der seit Mittwoch bundesweit geltenden Vorschrift ist der Ansturm auf Testzentren hoch. Dazu kommt die vielerorts geltenden Regelungen von 2G+, etwa für Besuche von Freizeitveranstaltungen. Weil viele Anbieter ihre Teststellen im Sommer wegen der geringen Nachfrage geschlossen haben, bilden sich jetzt lange Schlangen vor den verbliebenen Stellen.

Vor der Drive-In-Teststelle in Beckum, die von Apotheker Matthias Bußmann mitorganisiert wird, gab es vergangene Woche einen großen Rückstau: Die Autoschlange sei zwischen zwei und drei Kilometer lang gewesen, sagt er. Die Mitarbeiter wussten nicht, wie sie die Nachfrage bewältigen konnten. Der Apotheker informierte die Polizei und bat um Mithilfe, um das Verkehrschaos aufzulösen. Sogar der Landkreis Warendorf warnte die Testanbieter vor erheblichen Verkehrsstörungen und bat darum, die Abläufe anzupassen. „Wir haben unser Testangebot von sieben auf vier Teststellen reduziert und überlegen jetzt, noch ein weiteres Drive-In zu eröffnen.“

Polizei regelt Andrang

Der Andrang sei kaum zu schaffen, sagt Bussmann. In Ahlen habe es am Sonntag wieder großen Andrang gegeben. Die Schlange sei 250 Meter lang gewesen. Auch in diesem Fall wurde die Polizei hinzugeholt, da die Menschen bis zu einer Bahnüberführung standen. Termine würden nicht vergeben, da in Höchstzeiten 250 Tests pro Stunde durchgeführt würden. „Unser Problem ist das Personal. Wir haben wegen dem Ende der kostenlosen Bürgertests erheblich reduziert und wenn die Infrastruktur einmal zerschlagen ist, ist es schwer, wieder Leute zu finden.“

Auch die Arkaden-Apotheke in Berlin Prenzlauer Berg wird aktuell von beiden Seiten überrannt. Apothekerin Claudia Heidl und ihr Team haben durchgehend getestet – auch als die Bürgertests vorübergehend nicht für alle kostenlos waren. Die Teststelle ist trotz eingespielten Terminmanagements hoffnungslos überlaufen. Sie befindet sich an der Außenseite der Apotheke in belebter Lauflage direkt an der zentralen S-Bahn-Station. Hier wollen sich viele Menschen spontan testen lassen. Die Apotheke vergibt Termine in einem Rhythmus, der auch spontane Kund:innen zulässt.

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