Zuverlässigkeit der Tests

VDGH: PCR-Test bei Omikron weiterhin sicher

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Berlin -

Mittlerweile weiß man, dass über die Hälfte der Mutationen in der neuen Omikron-Variante das Spike-Protein betreffen. Die Befürchtungen, dass Corona-Tests und Impfstoffe dadurch weniger genau und wirksam sein könnten, kann zumindest zum Teil entkräftet werden. PCR- und Schnelltests scheinen genauso sensitiv und spezifisch zu reagieren, wie bei anderen Varianten, informiert der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH).

„Der direkte Erregernachweis mittels PCR funktioniert in gleicher Güte und Verlässlichkeit für die Omikron-Variante des Coronavirus“, erklärt VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger. „Auch die Sars-CoV-2-Antigenschnelltests sollten bei der Omikron-Variante anschlagen. Denn die Antigentests zielen auf das Nucleid Capsid Protein des Coronavirus. Mutationen im S-Antigen dürften keinen Einfluss auf die Performance der Antigentests haben.“

Differenzierung der Varianten möglich

„Eine Differenzierung der verschiedenen Virusvarianten kann über eine Sequenzierung erfolgen, die auf Basis der Coronavirus-Surveillance-Verordnung erfolgt“, so Walger. „Die Hersteller variantenspezifischer PCR prüfen aktuell, ob ihre Tests die Omikron-Variante spezifisch bestimmen können oder ob Modifikationen erforderlich sind.“

Erste Hersteller liefern Ergebnisse

Die ersten Hersteller bestätigen, dass die Schnelltests weiterhin über die angegebenen Spezifitäts- und Sensitivitätswerte verfügen. So auch Joysbio. Der Hersteller hat einen Nasenabstrichtest für den vorderen Nasenbereich im Sortiment. „Nach den Sequenzierungsdaten der neuen Variante ist die Zielproteindomäne unseres Testkits nicht betroffen. Daher können die von Joysbio hergestellten Sars-CoV-2-Antigen-Schnelltests auch die Omikron-Variante nachweisen.“ Die Sensitivität liegt laut Aussagen des Herstellers bei 98,13 Prozent, die Spezifität bei 99,22 Prozent.

Sensitivität: Die Sensitivität gibt an, wie sensibel der Test auf den gesuchten Stoff reagiert. Der Sensitivitätswert sagt aus, bei welchem Prozentsatz erkrankter Patient:innen die Infektion durch die Anwendung des Tests tatsächlich erkannt wird – die tatsächlich erkrankte Person wird als „positiv“ detektiert.

Spezifität: Die Spezifität beziffert den Anteil der korrekt negativ getesteten Personen. Denn ein positives Ergebnis heißt nicht immer, dass die getestete Person tatsächlich den Erreger in der Nasen- oder Rachenschleimhaut trägt. Die Spezifität ist definiert als die Wahrscheinlichkeit, mit der eine nicht-erkrankte Person auch korrekterweise einen negativen Test erhält.

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