Tatort: Apotheker als „Erlöser“

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Berlin - In der gestrigen Tatort-Folge „Es lebe der Tod“ sieht sich Felix Murot, gespielt von Ulrich Tukur, mit einem Serienmörder konfrontiert, der wegen einer verkappten humanistischen Weltanschauung seine Opfer „erlöst“. Für den krönenden Abschluss will der Täter, ein Apotheker, mit dem Mord an dem tatsächlich ziemlich lebensmüden Kommissar sorgen.

Wie bei einem Selbstmord scheiden die Opfer des Apothekers aus dem Leben. Kommissar Murot will mit einer riskanten Täuschungsaktion den lange gesuchten Serienmörder provozieren. Der lässt sich auch tatsächlich aus der Reserve locken und wird gefasst. Die Freude über den gelösten Fall währt nur kurz, denn die Morde können ihm nicht nachgewiesen werden. Nach und nach stellt sich heraus: Der Mörder sieht sich selbst als Humanisten mit der Mission, seinen Opfern den geheimen Todeswunsch zu erfüllen.

Eine Talkshow-Moderatorin, ein Kurierfahrer, ein Rettungssanitäter, eine Tierärztin, ein Sägewerksbesitzer oder ein Kaufhausdetektiv: Kein Beruf scheint davor gefeit, einen Tatort-Mörder hervorzubringen. Der Berufsstand der Apotheker ist aber besonders beliebt – als Opfer und als Täter. Bis ins Jahr 1978 und den Tatort „rot... rot... tot“ reicht die Symbiose von Tatort und Pharmazie zurück.

Diesmal heißt der meuchelnde Pharmazeut Arthur Steinmetz und leidet wie einst Murot an einem Tumor im Kopf. Bereits als Kind tötete er heimlich und aus kindlicher Angst seine schwerkranke Großmutter durch Gerätesabotage. Auch jetzt wählt der sich über alle Risiken und Nebenwirkungen erhebende Apotheker aus seiner Sicht unheilbar kranke Opfer aus, die des Lebens überdrüssig, aber zum Sterben zu schwach sind. Der subtile Mörder hilft etwas nach, indem er die Opfer mit starken Schlaf- und Schmerzmitteln betäubt, in die Badewanne legt und ihnen dann die Pulsadern aufschneidet.

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