Apothekenteams berichten

So oft können sich Patienten die Zuzahlung nicht leisten

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Berlin -

Die beste Beratung und ein breites Warenlager nützen nichts, wenn sich der Patient das verordnete Arzneimittel nicht leisten kann. Laut einer Umfrage in Apothekenteams kommt es regelmäßig vor, dass sich Kunden die gesetzliche Zuzahlung nicht leisten können. Diese verschieben das Einlösen des Rezeptes oder verzichten gleich ganz auf das Medikament.

Die gesetzliche Zuzahlung für Rx-Arzneimittel beträgt 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, aber nie mehr, als das Medikament tatsächlich kostet. Sie soll einerseits die Krankenkassen entlasten, laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) soll der Eigenanteil aber auch „bewirken, dass die Versicherten im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf eine kostenbewusste und verantwortungsvolle Inanspruchnahme von Leistungen Wert legen“.

Glaubt man der Einschätzung der befragten Apotheker, ist diese Steuerungswirkung überdreht. So gaben rund zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten in der aposcope-Studie an, in ihrer Apotheke mindestens einmal im Monat mitzuerleben, dass sich ein Patient die Zuzahlung nicht leisten kann. Bei fast 20 Prozent der Befragten kommt das in der Apotheke sogar mehrfach pro Woche oder täglich vor.

In diesen Fällen verschieben die Betroffenen das Einlösen des Rezepts laut drei Viertel der Befragten (75 Prozent) auf einen späteren Zeitpunkt. Viele Patienten verzichten jedoch auch auf das benötigte Arzneimittel, gaben 59 Prozent der Teilnehmer an. In Einzelfällen versuchen die Versicherten auch, die Zuzahlung zu verweigern oder bitten gar Passanten vor der Apotheke um Hilfe.

Insbesondere Rentner haben laut 69 Prozent der Befragten Probleme, ihre notwendigen Medikamente in der Apotheke zu bezahlen. Aber auch bei Chronikern, Auszubildenden, Studenten, Sozialleistungsempfängern und jungen Eltern ist das Geld offenbar zu knapp, wie ein Viertel der Apotheker und PTA angab.

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