Prozess geschwänzt: Verurteilter gibt sich als Corona-Patient aus

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Berlin -

Dreistigkeit siegt nicht immer: In Düsseldorf wollte sich ein Verurteilter mit einer Ausrede von seinem Gerichtsprozess davonstehlen – er behauptete, er könne wegen des grassierenden Coronavirus Sars-CoV-2 nicht zur Verhandlung erscheinen. Er sei unter Quarantäne. Damit, dass der Staatsanwalt in einer Sitzungspause zum Gesundheitsamt eilt, hatte er offensichtlich nicht gerechnet.

Der 29-Jährige ist wegen Betrugs verurteilt – kann das Lügen aber offensichtlich trotzdem nicht lassen. Am Freitag hatte er einen Gerichtstermin, zu dem er nicht erschien. Er entschuldigte sich mit der Begründung, es bestehe bei ihm der Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2. Er gehöre zu den 1000 Menschen, die unter häusliche Quarantäne gestellt wurden und ihre Wohnung nicht verlassen dürfen.

Doch der Staatsanwalt hat den Braten gerochen: In einer Verhandlungspause eilte er persönlich zum Gesundheitsamt und fragte mit den Personalien des Angeklagten ab, ob die Geschichte stimme. Der Chef des Amts höchstpersönlich bestätigte dann seinen Verdacht. Da er unentschuldigt seinem eigenen Termin fernblieb, lehnte die Richterin daraufhin die Berufung ab, die er eingelegt hatte. Er muss nun wegen Betrugs eine Strafe von 1200 Euro zahlen.

Verurteilt worden war er laut dem Kölner Express, weil er sich das Vertrauen einer 82-jährigen Frau erschlichen und diese um 3200 Euro betrogen hatte. Der 29-Jährige arbeitete bei der Cateringfirma Apetito und hat sich gegenüber der Kundin als begabter Medizinstudent ausgegeben, der in finanziellen Schwierigkeiten stecke und deshalb seine Studiengebühren nicht zahlen könne.

Gleichzeitig gab er sich hilfsbereit und zeigte seine vermeintliche medizinische Kompetenz, indem er ihr den Blutdruck gemessen hat. Einmal ist er laut Express gar mit einem „computerähnlichen Gerät“ aufgetaucht und hat behauptet, dass sein Professor – der viel von ihm halte – ihm diesen neuartigen Apparat anvertraut habe. Auch damit habe er die gebrechliche Frau untersucht. Vor Gericht bestritt er den Betrugsversuch. Er habe lediglich ein besonders enges Verhältnis zu seiner Kundin aufgebaut. Doch es brachte nichts, er wurde verurteilt. „Sehr erfolgreich ist er als Betrüger dann doch nicht“, resümierte der Staatsanwaltschaft nach der aufgeflogenen Lüge am Freitag.

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