Pfusch-Apotheker: Opfer werden nur langsam informiert

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Direkt würde sich das Ministerium aber ohnehin nicht mit den Patienten in Verbindung setzen. Die Ärzte müssten „individuell und eigenverantwortlich“ entscheiden, ob und wie sie informierten. Die Stadt Bottrop habe ihnen ja alle Informationen übermittelt. Und auch das Ministerium habe die zuständigen Einrichtungen angeschrieben. Es sei aber nicht bekannt, welche Patienten tatsächlich „qualitativ geminderte“ Medikamente erhalten hätten.

Der beschuldigte Apotheker soll von 2012 bis 2016 Krebsmedikamente gepanscht haben. Das Problem: Nur 27 Proben von abgabefertigen Zubereitungen, die bei seiner Festnahme sichergestellt wurden, konnten untersucht werden. Laut Staatsanwaltschaft wiesen sie „erhebliche Mindermengen an den verschiedenen Wirkstoffen“ auf.

Auch die Ärztekammer Nordrhein sieht die Ärzte in der Informationspflicht. Insgesamt 13 Einrichtungen und Praxen aus Nordrhein seien mit Krebsmedikamenten des Bottroper Apothekers beliefert worden. Die Ärztekammer werde im Rahmen ihrer Berufsaufsicht alle Einrichtungen anschreiben, um zu erfahren, wie die betroffenen Patienten von den Ärzten informiert wurden. „Wir können die Ärzte nicht verpflichten, weil es auch im Einzelfall Gründe geben könnte, einen Patienten nicht zu informieren“, heißt es.

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