Lieferengpass bei BtM

Patientin verzweifelt: „Wer kann meine Rezeptur anfertigen?“

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Berlin -

Eine Patientin, die auf eine fortlaufende Versorgung mit einer individuell hergestellten Rezeptur angewiesen ist, ist verzweifelt. „Aktuell gibt es einen Lieferengpass bei einem Betäubungsmittel“, erklärt sie. „Die Apotheke kann meine dringend benötigten Tropfen deshalb nicht herstellen.“ Sie habe nicht mal mehr zwei Wochen, dann sei ihr Vorrat aufgebraucht. Nun klappert sie die Apotheken ab und hofft auf Hilfe.

Eine ADHS-Patientin ist auf einen Wirkstoff aus der Gruppe der Amphetamine angewiesen. „Es ist wirklich eine richtig miese Situation, denn ich bin schon lange auf diese Rezeptur eingestellt“, beklagt sie. Das Problem: Aktuell gibt es beim Wirkstoff Dexamphetamin einen Engpass. Apotheken in der Umgebung der Patientin können die Substanz nicht bestellen und folglich auch keine Rezeptur anfertigen.

Fortlaufende Versorgung gefährdet

Alle anderen Therapieoptionen blieben bisher ohne Erfolg, sagt sie. „Von Elvanse bis Medikinet habe ich alles probiert, jedoch ohne gleichbleibendes Ergebnis“, beklagt sie. „Ich bin deswegen dringend auf der Suche nach einer Apotheke, die noch über entsprechende Wirkstoffbestände verfügt oder Zugriff darauf hat“, erklärt sie. „Ich benötige eine fortlaufende Versorgung über Dexamphetamin-Tropfen 2,5 Prozent.“

Die Situation sei zudem sehr zeitkritisch: „Denn meine aktuelle Versorgung ist nur noch für wenige Tage gesichert“, so die Patientin.

Aktuell meldet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mehr als 560 Lieferengpässe bei Arzneimitteln. Acht davon betreffen den ADHS-Wirkstoff Methylphenidat und 18 Ausfälle gibt es aktuell bei Atomoxetinhydrochlorid.

ADHS-Therapie

Dexamphetamin kommt zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als Teil eines umfassenden therapeutischen Konzepts zum Einsatz, wenn andere Mittel nicht ausreichend wirken. Es ist ein indirektes Sympathomimetikum, das die Freisetzung von Neurotransmittern erhöht und deren Wiederaufnahme hemmt.

Wird die Therapie unterbrochen, so kann es das plötzliche Absetzen zu starken Entzugssymptomen führen. Dazu gehören extreme Müdigkeit, Depressionen, starke Stimmungsschwankungen, Heißhunger und Schlafstörungen. Besonders nach langfristiger Anwendung ist ein langsames Ausschleichen unter ärztlicher Anleitung dringend empfohlen, um den sogenannten „Crash" zu vermeiden.

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