Kurzarbeit in der Chemie- und Pharmabranche steigt rasant

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Wiesbaden - In der Chemie- und Pharmabranche steigt die Zahl der Kurzarbeiter in der Corona-Krise rasant. Im April werden voraussichtlich knapp 85.000 Beschäftigte in Kurzarbeit sein, heißt es in einer Umfrage des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) unter fast 250 Mitgliedsfirmen. Das seien jeder siebte Mitarbeiter oder 14 Prozent in der Branche mit ihren 580.000 Beschäftigten hierzulande. Zum März verfünffache sich damit der Anteil der Menschen in Kurzarbeit, heißt es in dem Papier, das der dpa am Mittwoch vorlag.

Die Corona-Krise treffe die Branche weit stärker als die globale Finanz- und Wirtschaftskrise, sagte BAVC-Präsident Kai Beckmann. Damals seien in der Spitze etwa 50.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie in Kurzarbeit gewesen. Heute seien Unternehmen entlang der Zulieferketten für die Autoindustrie wie Lacke, Kunststoff, Reifen und Fasern am stärksten betroffen.

In der gesamten Branche werde es im April in fast der Hälfte der Betriebe (43 Prozent) Beschäftigte in Kurzarbeit geben. Meist gehe es aber nur um einzelne Bereiche oder Produktionslinien. Ursache für Kurzarbeit sei meist die fehlende Nachfrage (76 Prozent).

Zugleich zeigten die Daten, dass 85 Prozent der Branchenbeschäftigten im üblichen Umfang arbeiteten, so Beckmann. „So kann unsere Industrie die Produktion bisher weitgehend aufrechterhalten.” Er forderte einen Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen: Man brauche dringend einen Plan mit nachvollziehbaren Kriterien, um das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben schrittweise wieder hochzufahren. „Anderenfalls werden noch mehr Lieferketten reißen, wir werden noch mehr Nachfrage verlieren und die Kurzarbeit zusätzlich ausdehnen müssen.”

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