Influenza-Epidemie

Schwere Grippewelle in Frankreich dpa, 11.01.2017 13:56 Uhr aktualisiert am 11.01.2017 17:25 Uhr

Paris - Eine schwere Grippewelle in Frankreich bringt manche Krankenhäuser des Landes an ihre Kapazitätsgrenze. Gesundheitsministerin Marisol Touraine forderte die Kliniken auf, notfalls nicht dringende Operationen aufzuschieben, um genug Betten für Grippepatienten zu haben. 142 von den 850 öffentlichen Krankenhäusern des Landes hätten eine angespannte Lage gemeldet, sagte Touraine. „Es wird schwierig, Betten für alle zu finden“, erzählte ein Arzt eines Krankenhauses in Lyon dem Sender Franceinfo.

Auch in Deutschland wurden bereits Tausende Grippefälle registriert. Ob die Lage so schlimm wird, wie in Frankreich ist nach Expertenmeinung ungewiss.

In den vier Wochen der Grippe-Epidemie sind nach offiziellen Angaben schätzungsweise bislang 784.000 Menschen wegen Grippe-Symptomen beim Hausarzt gewesen. Seit 1. November wurden landesweit 627 Patienten mit schweren Grippesymptomen auf der Intensivstation behandelt, 52 von ihnen starben. Wegen der großen Zahl an Krankheitsfällen werde die Grippe-Bilanz in diesem Jahr wahrscheinlich schwer ausfallen, sagte Touraine.

Die Grippewelle habe in diesem Jahr früh begonnen, erklärte die Ministerin. Es handelt sich nach offiziellen Angaben vor allem um Influenza-Viren des Subtyps A(H3N2), die besonders für alte Menschen gefährlich sind. Die Behörden erwarten, dass der Scheitelpunkt der Epidemie in Kürze überschritten wird.
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