Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. In Deutschland sind schätzungsweise 12 Prozent der Erwachsenen im Laufe eines Jahres von einer unipolaren Depression betroffen. Eine Studie hat nun gezeigt, dass der tägliche Genuss eines kleinen Glases 100-prozentigen Fruchtsaftes oder eines Smoothies sich positiv auf das psychische Wohlbefinden auswirkt.
Die Analyse „Increasing fruit and vegetable intake, with or without 100% fruit juice/smoothies, in low consumers: a randomised controlled trial” fand im Rahmen der britischen „5 am Tag"-Richtlinie für gesunde Ernährung statt. Die Studie der Universität Newcastle konnte zeigen, dass der tägliche Genuss eines hochwertigen Safts oder Smoothies für einen Rückgang der Depressionswerte sorgte. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin British Journal of Nutrition veröffentlicht.
42 Erwachsene mit geringem Obst- und Gemüseverzehr wurden dabei unterstützt, ihren täglichen Obst- und Gemüseverzehr mit oder ohne ein Glas Fruchtsaft oder einen Smoothie zu erhöhen. Nach vier Wochen hatten beide Gruppen ihren Obst- und Gemüsekonsum erhöht. In der Fruchtsaft-Gruppe meldeten die Proband:innen eine signifikante Steigerung ihres Wohlbefindens. Für die Forschenden seien die Ergebnisse ein „Hinweis“ dafür, dass einfache, praktische Ernährungsumstellungen die psychische Gesundheit fördern könnten.
Dr. Courtney Neal, die Hauptautorin, betont: „Die meisten Menschen wissen zwar, dass es gut für die Gesundheit ist, fünf Mal am Tag Obst oder Gemüse zu essen, aber viele tun sich schwer damit.“ Sie bezieht sich auf die Ernährungsempfehlung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Idealerweise sollten drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst verzehrt werden. Dadurch kann der Ballaststoffanteil um etwa 10 Gramm pro Tag erhöht werden.
Die Auswirkungen der Ernährungsumstellung wurden mit validierten Fragebögen für Angst und Depression erfasst. Konkret: Die Fruchtsaft-Gruppe wies im Vergleich zur zweiten Gruppe um 2,52 Punkte niedrigere Werte auf einer 27-Punkte-Skala auf. Dies stellt zwar einen kleinen, aber statistisch signifikanten Unterschied dar.
Nach einer Studiendauer von vier Wochen konnten die Forschenden, trotz anfänglicher Bedenken hinsichtlich des Zuckerkonsums, keine nachteiligen Auswirkungen auf die Langzeitzuckerwerte im Blut feststellen.
Dr. Oliver Shannon, ebenfalls Hauptautor der Studie, sagte: „Angesichts des anhaltenden Drucks auf die Lebenshaltungskosten im Vereinigten Königreich sind die Preise für frische Produkte oft ein Hindernis für Menschen, die versuchen, mehr Obst und Gemüse zu essen. Unsere Studie zeigt, dass der tägliche Genuss eines Glases Fruchtsaft oder eines Smoothies ein Teil der Lösung sein könnte und den Menschen helfen könnte, ihr 5-a-day-Ziel für Obst und Gemüse zu erreichen.“
Das Ergebnis, dass Menschen durch Saftgenuss weniger depressiv sind, sei vielversprechend, so die Forschenden. Studien, die von einer verbesserten Hirndurchblutung und kognitiven Funktion nach dem Genuss von Zitrussäften berichten, würden so untermauert. „Einfache Ernährungsumstellungen, wie die Erhöhung des Obstverzehrs – auch durch ein tägliches Glas Saft – könnten eine Rolle bei der Förderung des psychischen Wohlbefindens spielen“, fasst Shannon zusammen.
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