600 Euro Schaden

Headhunterin kassiert und taucht ab

, Uhr
Berlin -

Ina Schmidt hat bereits 2017 im negativen Sinne auf sich aufmerksam gemacht. Bei einem Kölner Apotheker kassierte die angebliche Headhunterin 600 Euro – und verschwand spurlos. Monatelang versuchte der Inhaber ohne Erfolg, mit der Personalvermittlerin Kontakt aufzunehmen, um an sein Geld zu gelangen. Eine Apotheke im Ammerland wurde jetzt ebenfalls Opfer der mutmaßlichen Betrügerin.

Personalengpässe sind für viele Apotheken derzeit sehr präsent. Neben dem Tagesgeschäft noch Anzeigen schalten, Bewerbungen studieren und Gespräche zu organisieren, lässt das Zeitmanagement vielerorts nicht zu. Deshalb gibt es durchaus Inhaber:innen, die die Dienste von Headhuntern in Anspruch nehmen.

Und jene Ina Schmidt firmiert in ihrer Mailadresse als „Personalberatung und -entwicklung“, eine Website hat ihr Unternehmen bis heute nicht. Die Headhunterin bot ihre Dienste an: „Sehr gern unterstütze ich Sie per Direktsuche bei der Suche nach dem richtigen Mitarbeiter für Ihre Apotheke – mit den entsprechenden fachlichen Qualifikationen und persönlichen Kompetenzen. Im Unterschied zu einer passiven Anzeigenschaltung spreche ich potenzielle Kandidaten direkt an. So erreiche ich diejenigen, die wechselbereit, aber noch nicht selbst auf Jobsuche sind. Die Ansprache erfolgt bei absoluter Diskretion, das heißt, die Kandidaten erfahren die Identität des Arbeitgebers erst, wenn ein Vorstellungsgespräch vereinbart wird.“

Kontakt abgebrochen

Klingt verlockend, dachte auch eine Apothekerin im Ammerland. Dringend suchte auch sie nach neuem Personal und fand die angebotenen Dienste von Schmidt attraktiv. „Für mich klang das alles sehr plausibel. Den Preis in Höhe von 1500 Euro fand ich angemessen, verglichen mit den Kosten für die vielen bereits geschalteten Stellenanzeigen.“ Zunächst wurde alles Formelle geklärt und auch in diesem Fall erhielt die Apothekerin eine Liste mit potenziellen Kandidat:innen. Frau Schmidt versprach zudem nur im Umkreis der Apotheke zu suchen. Mitarbeiter mit Wohnort in größerer Entfernung kämen nicht in Frage, umziehen würde sowieso niemand.

Die erste Teilzahlung in Höhe von etwa 600 Euro erfolgte seitens der Apothekerin pünktlich mit der Zahlungsaufforderung. Ab diesem Moment wurde es still um die bis dato engagierte Headhunterin. Mehrmalige Versuche der Kontaktaufnahme scheiterten, alle Anrufe liefen ins Leere. Es vergingen mehrere Wochen, bis eine Mail von Schmidt eintraf. Sie hätte zwischenzeitlich einen Unfall erlitten und den vereinbarten Leistungen nicht nachkommen können. Glaubhaft schien der Apothekerin das nicht mehr. Die Aufforderung, das bereits überwiesene Geld zurückzuerstatten, wurde ignoriert. Jetzt möchte die Apothekerin Anzeige erstatten. Eine neue Mitarbeiterin hat die Chefin dennoch gefunden, nicht durch die Personalvermittlung, sondern über Empfehlungen.

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