FDP-Politiker besucht Landapotheke | APOTHEKE ADHOC
„Wo soll das Geld herkommen?“

FDP-Politiker besucht Landapotheke

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Berlin -

Bad Sachsa ist eine Kleinstadt im Südharz. Hier betreibt Dr. Jonas Wedler seine St. Nikolai Apotheke. Er lud vergangene Woche FDP-Politiker Konstantin Kuhle zu sich ein und folgte damit dem Aufruf der Freien Apothekerschaft. Mit dabei waren auch Verbandsvize Frank Germeshausen und Wedlers Ehefrau Lucie, die ebenfalls Inhaberin einer Apotheke ist.

Die aktuelle Situation der Vor-Ort-Apotheken bereitet vielen Pharmazeut:innen hierzulande große Sorgen. Auch Wedler macht sich Gedanken, weshalb er die Initiative ergriff und sich Kuhle nach Bad Sachsa in seine St. Nikolai Apotheke einlud, um sich persönlich über brennende Punkte den Apothekensektor betreffend austauschen zu können. Den Kontakt für dieses Treffen stellte Tobias Hungerland, FDP-Ortsvorsitzender in Bad Lauterberg, her.

„Er hat sich deutlich über eine Stunde Zeit genommen. Es war ein sehr positives und konstruktives Gespräch“, so der Apotheker. „Herr Kuhle hat wirklich interessiert zugehört, Rückfragen gestellt und sich sehr viele Notizen gemacht.“

Abda-Punkte als Leitfaden

Man habe sich als Leitfaden des Gesprächs einige Abda-Punkte vorgenommen. „Die, die uns am wichtigsten erscheinen“, so Wedler. Entsprechend seien neben der Erhöhung und Dynamisierung des Fixums auch Bürokratieabbau, Engpassliefermanagement und Abschaffung des Nullretax ein Thema gewesen.

„Herr Kuhle beschäftigt sich erst seit kurzem mit der Gesundheitspolitik und habe diesbezüglich nach eigener Aussage an der ein oder anderen Stelle noch etwas Aufholbedarf. Und dafür sind wir gern dagewesen, ihm die entsprechenden Punkte aus dem Apothekenbereich detailliert zu erklären“, berichtet Wedler. „Ich glaube, dass er verstanden hat, was die Apotheke vor Ort, insbesondere auf dem Land, für einen Wert hat und dass diese Institution auch erhaltenswert ist.“

Wer soll das bezahlen?

Der FDP-Politiker habe sich verständnisvoll für all diese konkreten Anliegen gezeigt. Eine seiner Rückfragen an den Apothekeninhaber sei allerdings gewesen, wo denn das Geld für eine bessere Vergütung herkommen solle, das gefordert werde. „Diese Frage empfinde ich durchaus als berechtigt. Darum macht man sich möglicherweise schlichtweg zu wenig Gedanken. Es wird seit vielen Jahren im Gesundheitssystem nur umgeschichtet. Die GKV-Beiträge bleiben gleich und es kommt kein neues Geld ins System.“

Kuhle hat beim Apothekeninhaber einen guten Eindruck hinterlassen. „Wir waren uns sympathisch und hatten ein gutes Gespräch, möchten auch zukünftig in Verbindung bleiben. Herr Kuhle hat versprochen mich zu informieren, wenn es Entwicklungen gibt, konnte selbstverständlich vor Ort keine konkreten Aussagen treffen – das ist klar. Aber er hat Regierungsverantwortung, er hat Verantwortung für das, was die Ampelkoalition entscheidet, und da ist die Gesundheitspolitik natürlich auch ein Teil davon.“

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