Esoterik an der Notdienstklappe: „Bitte nicht abscannen!“

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Esoteriker – meine Lieblingskunden. Ich drehe mich um und gehe mit einem Grinsen im Gesicht zu den Schubladen. So macht Pharmazie Spaß! Ich sehe, dass wir zwei Präparate desselben Herstellers haben. Beide haben aber wohl während der Großhandelslieferung einen minimalen Knick abbekommen, abverkaufen kann man es in jedem Fall. Ist ja nur die Sekundärverpackung... Das kann auch in der Handtasche passieren, denke ich mir. Ich halte mich natürlich nicht an den Wunsch der Dame, scanne das Mittel ab und laufe zurück zur Klappe.

Ich: Also, da bin ich wieder! Wir haben diesen Saft da, kostet 5,59 Euro.
Sie: Darf ich mir den mal kurz anschauen?

Ich sehe ich, wie sie in ihrer Jackentasche kramt. Sie holt ein Pendel heraus.

Sie: Diesen Saft kann ich nicht nehmen.

Ich denke zuerst, sie wird wegen des Knicks meckern. Falsch gedacht! Der Saft hat eine schlechte Energie! Muss man doch als erfahrene Apothekerin wissen...

Saft 1 ist zwar bei ihren Test durchgefallen, Saft 2 möchte sie aber kaufen – trotz Knick. Anscheinend war alles positiv. „Reklamier den Saft doch beim Großhändler“, kommentiert Max. „Wegen ihm hast du jetzt Umsatzverluste.”

Früher war alles besser, da gab es noch keinen Barcode-Scanner.

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