Der Patient als Mörder

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Berlin -

Knapp eine Woche nach dem gewaltsamen Tod eines Arztes in Offenburg haben mehrere Organisationen zu einem Trauermarsch aufgerufen. Der stille Zug soll am Mittwoch 17 Uhr von einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge zu der Hausarztpraxis führen, in der der 51 Jahre alte Mediziner am Donnerstag erstochen worden war. Die Polizei nahm wenig später einen 26 Jahre alten Asylbewerber aus Somalia fest. Er sitzt unter Mordverdacht in Untersuchungshaf

Die tödliche Messerattacke befeuert die Flüchtlingsdebatte. Der Verdächtige ist Asylbewerber. Doch Morde an Medizinern sind keine Seltenheit. Immer wieder kommt es vor, dass Ärzte Opfer von Gewalttaten werden.

Dezember 2016: Ein 53 Jahre alter Mediziner erschießt in der gemeinsamen Radiologiepraxis in Marburg seinen 67 Jahre alten Kollegen und anschließend sich selbst. Die Ermittler gehen von beruflichen Meinungsverschiedenheiten aus.

Juli 2016: In einer Berliner Klinik erschießt ein Rentner einen Kieferorthopäden. Der 55 Jahre alte Spezialist für Tumorerkrankungen stirbt. Vermutlich handelte der Schütze, der sich nach der Tat das Leben nahm, aus Verzweiflung.

März 2015: In einer Saarbrücker Praxis tötet ein 44-Jähriger seine Psychiaterin mit acht Schüssen. Der psychisch kranke Mann hatte am Tattag seine Medikamente nicht eingenommen.

März 2012: Ein psychisch gestörter Rentner erschießt zwei Ärzte in deren Praxis in Weilerbach (Rheinland-Pfalz). Auf der Flucht schießt der 78-Jährige einen Polizisten an und tötet sich dann selbst.

März 2011: Mit einem Messer geht ein 65-Jähriger in Weilheim (Bayern) auf eine Klinikärztin los und ersticht die zweifache Mutter. Er habe sich falsch behandelt gefühlt, sagte der Täter bei der Vernehmung. Sieben Monate später begeht er Suizid.

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