Mehr als ein Song

Capital Bra und seine Tilidin-Sucht Alexandra Negt, 08.09.2020 17:00 Uhr

Berlin - Die Textzeile „Gib mir Tilidin, ja, ich könnte was gebrauchen.“ aus dem gleichnamigen Song „Tilidin“ hat für Rapper Capital Bra eine tiefere Bedeutung als bisher angenommen. Auch wenn er heute die Charts stürmt und in Pizza anstatt Drogen macht, so hätte er seine Vergangenheit nicht vergessen. Im Interview mit dem Rechercheformat Strg_F (NDR/funk) spricht er offen über seine Abhängigkeit von dem Opioid.

Tilidin wirkt nicht nur analgetisch, sondern in hohen Dosen auch euphorisierend und enthemmend. Um einen Missbrauch einzuschränken, enthalten Tropfen und Tabletten zusätzlich den Stoff Naloxon. Dennoch – gerade flüssige Tilidin-Zubereitungen sind vom Schwarzmarkt nicht wegzudenken. Es ist eines der am häufigsten vorkommenden Präparate bei Rezeptfälschungen. Bei den Fälschungen handelt es sich zumeist um Verordnungen über Tilidin Tropfen zu 100 ml – Tabletten lösen den Rausch meist nicht aus.

Das weiß auch Rapper Capital Bra. Seit Jahren behandelt er das Thema Tilidin in zahlreichen Songs. Der Wirkstoff erhielt sogar einen ganz eigenen Song: Gemeinsam mit seinem Kollegen Samra stürmten sie mit „Tilidin“ die Charts. Gerade zu Beginn seiner Karriere hätten die Tropfen ihm geholfen, den Stress besser zu verarbeiten. Der Konsum hatte seine Konsequenzen: „Wir haben das genommen zum Klarkommen. Weil alles ist zu viel, jeder macht Fotos. Irgendwann geht es auch auf deinen Kopf. Wenn du keine Kontrolle mehr über etwas hast, ist kacke."

Sein erster Kontakt zum eigentlich bei starken Schmerzen indizierten Medikament hatte er bereits als Teenager. „Du gehst nicht schaukeln mit fünfzehn. Einer holt Gras, einer holt Tilidin, dann chillst du halt den ganzen Tag. Und jeden Tag von vorne“, erzählt der Musiker gegenüber dem NDR-Rechercheformat. Es dauerte nicht lange, da sei er süchtig gewesen. An die Substanz zu kommen, sei nicht schwer gewesen. „Du kannst nicht ohne. Du sitzt dann da wie ein vercrackter Junkie.“ Auch von seinem ersten Konsum berichtet er ehrlich: „Das erste Mal war der schlimmste Absturz.“ Mit Übelkeit und Erbrechen habe er zwei Tage im Bett verbracht. Dennoch setzte er den Gebrauch fort.

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