Nachwuchsmangel

Bürgermeister wirbt für PTA-Beruf Eugenie Ankowitsch, 14.02.2018 13:03 Uhr

Berlin - Holger Lebedinzew ist eigentlich Bürgermeister des niedersächsischen Städtchens Hude. Für einen Tag hat er nun seinen Schreibtisch im Rathaus gegen den HV-Tisch der Flores-Apotheke getauscht. Im Rahmen der Aktion „Daumen hoch für Ausbildung“ will man so jungen Menschen Lehrberufe näherbringen. Apotheker Axel Schwirtz hofft, dass der Beruf des PTA bei jungen Leuten auf Interesse stößt.

Bürokauffrau, Einzelhandelskauffrau oder Medizinische Fachangestellte: Das waren im vergangenen Jahr die drei beliebtesten Berufe bei Frauen. PTA oder PKA gehörten nicht dazu. Viele junge Menschen haben sogar überhaupt keine Ahnung, dass es diese Ausbildungsberufe gibt. Deshalb sagte der Apotheker Axel Schwirtz sofort zu, als er gefragt wurde, ob Hudes Bürgermeister im Rahmen der Aktion „Daumen hoch für Ausbildung“ in seiner Flores-Apotheke ein öffentlichkeitswirksames Praktikum machen könne.

Pünktlich um 8.30 Uhr trat Lebedinzew sein Praktikum an – das erste in seinem Leben, wie er später zugab. Als Pharmazeutisch-Technischer Assistent auf Zeit durfte er dem Apothekenpersonal nicht nur über die Schulter schauen – sein Chef für einen Tag hat ihn direkt in den Arbeitsalltag eingebunden.

„Ich war überrascht, dass ich so viel machen durfte“, erklärte der Bürgermeister. So musste er unter anderem den Wareneingang einscannen und die Medikamente dann ins Regal einräumen. „Man muss sich sehr konzentrieren und genau arbeiten. Denn jedes Medikament hat ein eigenes Fach und darf auch nur dort abgelegt werden“, sagte er. Auch an die frische Luft ist Lebedinzew gekommen. Gegen Mittag musste er mit dem knallroten Apothekenfahrrad einer älteren Dame ihr Medikament nach Hause bringen. „Naturwissenschaft, Warenwirtschaft, Verkauf – viele Dinge greifen in diesem Beruf ineinander: Die Vielseitigkeit dieses Berufs hat mich beeindruckt“, sagte er anschließend.

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