Bewährung für „falschen Arzt”

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Münster - Ein Heilpraktiker spritzt verschreibungspflichtige Medikamente und suggeriert, dass er Arzt ist. Jetzt ist er verurteilt worden.

Ein Heilpraktiker aus Greven im Kreis Steinfurt ist am Donnerstag zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte hatte gestanden, dass er Patienten ohne Erlaubnis verschreibungspflichtige Medikamente gespritzt hat. Außerdem muss der 63-jährige Deutsche seinen Lebenslauf auf einer Internetseite ändern, auf der er laut Urteil suggeriert, dass er studiert hat. «Das ist höchst irreführend», so Richter Oliver Pleus. Der Angeklagte versuche, mehr Abschlüsse darzustellen, als er eigentlich habe. Tatsächlich habe er nur einen Realschulabschluss sowie die Ausbildung zum Krankenpfleger und Heilpraktiker.

Der 63-Jährige hatte im Prozess am Landgericht Münster ausgesagt, dass ihm immer nur das Wohl seiner Patienten wichtig gewesen sei. «Er ist ein passionierter Diener am Körper des Menschen», so Verteidigerin Iris Grohmann in ihrem Plädoyer. Ihr Mandant habe nicht aus Gewinnsucht gehandelt.

Das Spritzen der verschreibungspflichtigen Medikamente war nach Angaben des Angeklagten im Rahmen einer sogenannten Neuraltherapie erfolgt, die bereits seit 2006 Ärzten vorbehalten ist. Die verabreichten Schmerzmittel seien seinem privaten Vorrat entnommen worden, den er von seinem Hausarzt erhalten habe.

Negative Auswirkungen der Behandlung hatten die Richter nicht feststellen können. Das Urteil lautet wegen des Setzens der Spritzen trotzdem auf gefährliche Körperverletzung.

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