Apotheker und das Morsellen-Privileg

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Berlin - Ihre Herstellung ist schwierig, ihr Ursprung geht auf das Mittelalter zurück: Morsellen. Nur Apotheker hatten früher das Privileg, Zucker verarbeiten zu dürfen. Heute stellt fast niemand mehr das Konfekt mit den verschiedenen Gewürzen her. Dr. Klaus Fehske nimmt sich seit mehr als 30 Jahren vor Weihnachten die Zeit und weist Mitarbeiter in die feine Handwerkskunst ein. Dorothea Wendt verkauft ihre Morsellen auf einem historischen Weihnachtsmarkt.

Nur wenige Pharmazeuten wissen heute noch um das Rezept von Morsellen. „Ich habe es in meiner Lehrapotheke von Dr. Karl-Ludwig Wachsmuth Melm in Oerlinghausen gezeigt bekommen“, sagt Fehske. Der Apotheker übergab die Rathaus-Apotheke vor zwei Jahren an seinen Sohn Dr. Christian Fehske. In der Adventszeit übernimmt er in der Mitarbeiterküche in Hagen das Kommando. Mit zwei Angestellten stellt er das Zuckergebäck für die Kunden her.

Als Fehske nach dem Studium und Tätigkeiten in der Industrie vor 33 Jahren die Apotheke seines Vaters übernahm, wollte er die Morsellen-Tradition aus seiner Lehrapotheke wiederaufleben lassen. Er rief Melm an und ließ sich das Rezept durchgeben. Zudem beauftragte er einen Handwerker, ihm die Formen aus Eichenholz für das Konfekt herzustellen. „Noch heute benutze ich dieselben Formen“, sagt er. Früher mischte Fehske die Morsellen noch im Labor an, seit einigen Jahren wird in der Mitarbeiterküche gewerkelt.

Die Herstellung der Morsellen sei schwierig, so Fehske. Denn dem Konfekt aus Puderzucker, Orangeat und Zitronat sowie Zimt, Ingwer, Galgant und Nelken werde kein Bindemittel zugemischt. Der Zucker werde erhitzt, die Gewürze müssten bei der richtigen Temperatur zugefügt werden. Auch das Schneiden der kleinen Stücke sei heikel, da sie schnell auseinanderbrächen. „Ich verbrenne mir traditionell jedes Mal die Finger“, so Fehske. In diesem Jahr stellten die drei Zuckerbäcker 300 Tüten mit je sieben Stückchen her. In zweieinhalb Stunden wurden zehn Formen gefüllt.

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