Windel-Dermatitis

Apotheker-Popo-Creme bis New York verschickt

, Uhr
Apotheker Dr. Björn Schittenhelm und sein Team stellen in dritter Generation die Excelsior-Creme gegen Windel-Dermatitis her.
Berlin -

In der Alamannen-Apotheke legt man Wert auf Tradition. Inhaber Dr. Björn Schittenhelm und sein Team stellen in dritter Generation die Excelsior-Creme gegen Windel-Dermatitis her. Sie wird vor Ort von Hebammen empfohlen und ist so begehrt, dass sie bereits in die USA verschickt wurde.

Alle vier bis sechs Wochen werden im baden-württembergischen Holzgerlingen Kiloansätze der Wundheilcreme hergestellt. „Jeder Ansatz ergibt zwischen 600 und 800 Tuben“, sagt Schittenhelm. Fünf- bis sechsmal pro Jahr wird die Creme von mehreren Mitarbeitern angerührt.

Zu den Inhaltsstoffen zählen Zinkoxid, Weizenstärke, Wollwachs, Eucerin, Lavendelöl, Olivenöl, Vaseline und dickflüssiges Paraffin. Die Creme geht auf Schittenhelms Urgroßvater zurück. Damals litten noch mehr Babys unter Windel-Dermatitis, da Stoffwindeln genutzt wurden und die feuchten Windeln die Haut reizten und zu Entzündungen führten.

Die Excelsior-Creme ist inzwischen patentiert. Sie sei ein Renner in der Apotheke und regional sehr bekannt, so Schittenhelm. „Wir haben hier praktisch keine Windel-Dermatitis.“ Jede Hebamme empfehle das Produkt. Der Vertrieb ist vor allem lokal ausgerichtet. Doch auch Kunden aus anderen Gegenden können die Creme über einen Online-Shop bestellen und bekommen sie zugeschickt. „Wir haben sie sogar schon bis New York verschickt. Das war das Weiteste.“

Die Creme wird in unterschiedlichen Größen – von 7 ml bis 280 ml – angeboten. Die Großpackung kostet knapp 18 Euro. Die Nachfrage steigt seit Jahren. Sie kann auch bei Akne angewendet werden. Die Salbe sei gut verträglich, die wunden Stellen heilten schnell ab und es könnten Resistenzen der Hautkeime ausgeschlossen werden.

Schittenhelm stammt aus einer Apothekerfamilie. Seit 1648 finden sich Pharmazeuten im Stammbaum. „Ich bin genetisch vorbelastet“, sagt er. Vor neun Jahren übernahm er die Alamannen- und Schönbuch-Apotheke von seinem Vater. Insgesamt beschäftigt er rund 40 Mitarbeiter.

Viele Apotheken bieten „Hausspezialitäten“ an. Dazu gehören vor allem Kosmetika und Teemischungen sowie Kräuterliköre. Andere stellen speziell an Weihnachten selbstgemachte Morsellen her.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Erfolgreichste E-Rezept-App einer Vor-Ort-Apotheke
E-Rezept-App: Pforzheimer Apotheke beliefert die Republik
Teutrine fordert mehr Planbarkeit
FDP-Besuch: „Die goldenen Jahre sind vorbei“
Bundestagsabgeordneter zu Besuch
SPD-Politiker: Viele Baustellen in der Apotheke
Mehr aus Ressort
Drogeriekette will Arzneimittel abgeben
dm-Chef: Apotheker werden überflüssig
Neue Partner in Bonn und Kiel
Shop Apotheke expandiert mit „Now!“

APOTHEKE ADHOC Debatte