„Wir werden die gesamte Apothekenbranche umkrempeln“

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Berlin - Privmed hat große Pläne, sehr große sogar: „Wir werden die gesamte Apothekenbranche umkrempeln“, kündigt Geschäftsführer Ingo Krause an. Sein Geschäftsmodell: digitale Tablettenpressen für personalisierte Medikation. Apotheken sollen in der Lage sein, die Wirkstoffstärke individuell auf den Patienten zuzuschneiden. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) konnte Krause damit offenbar überzeugen, es fördert das norddeutsche Start-up mit einem sogenannten Innovationsgutschein.

Die Idee hinter Privmed ist denkbar einfach: Patienten sollen bei ihren Tabletten die Wirkstoffstärke erhalten, die sie individuell benötigen. „Wir wollen den gesamten Pharmamarkt aufräumen, denn jeder Patient hat das Recht auf eine personalisierte Medikation“, sagt Krause selbstbewusst. Die Problemanalyse ist ebenfalls einfach, aber einleuchtend: Bisher seien vor allem Chroniker permanent überdosiert. Die meisten Arzneimittel hätten nur zwei Dosisstärken. Der Arzt verschreibe dann die höhere Dosis, um sicherzugehen, dass die Wirkstoffkonzentration hoch genug sei. Als Resultat erhielten viele Patienten mehr Wirkstoff als sie benötigten und Arzneimittel würden massenhaft zu vermeidbarem und problematischem Abfall.

Da will Privmed Abhilfe schaffen. Das Unternehmen ist eine Ausgründung von KG-Pharma, einem Hersteller von Tablettenpressen und Peripheriegeräten für den Bereich Forschung und Entwicklung. Dessen Gründer, Alleineigentümer und Geschäftsführer ist Krause. Zuvor hatte der studierte Chemieingenieur für mehrere große Hersteller von Produktionsanlagen gearbeitet. „In der Zeit erhielt ich mehrere Anfragen für Produktionsanlagen zu Forschungszwecken. Da dachte ich mir, es gibt da wohl Bedarf.“ Also gründete er 2006 KG-Pharma und wurde zum Spezialisten in seiner Nische.

Seine neue Geschäftsidee ist ihm nach eigenen Angaben durch seinen Sohn Timo gekommen: Der leidet an ADHS und einer autistischen Grunderkrankung, muss deshalb Psychopharmaka einnehmen. „Wir hatten immer Probleme mit der Dosierung“, erzählt Krause. So habe die Dosierung oft wöchentlich angepasst werden müssen, mit den wenigen unterschiedlichen Wirkstoffstärken habe man dem aber nie gerecht werden können.

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