OmniBiotic: Gericht verbietet Stress

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Aus demselben Grund wurde der Verweis auf die „hochaktiven Darmsymbionten“ verboten, die laut Gericht nichts mit der Wirkung der B-Vitamine zu tun haben. Was den wissenschaftlichen Nachweis angeht, hatte Allergosan schlichtweg keine Studien vorgelegt. Die Aussage wog umso schwerer, als sie durch ihre räumliche und farbliche Absetzung laut Gericht dem Verbraucher wie ein „Prüf- oder Gütesiegel“ begegne.

Allergosan stellte die Packung im Herbst 2018 um – allerdings ohne auf den Namen zu verzichten. Die gesundheitsbezogenen Aussagen wurden nun konkret den B-Vitaminen zugeordnet, die Aussage „Wissenschaftlich geprüft“ wurde durch die Formulierung „Wissenschaft und Qualität“ ersetzt.

Wieder ging der Fall vor Gericht, wieder entschieden im Eilverfahren beide Instanzen gegen den Hersteller. Der Name sei auch dann nicht zu rechtfertigen, wenn die gesundheitsbezogenen Aussagen dezidiert einzelnen Bestandteilen zugewiesen würden. Und mit der Aussage „Wissenschaft und Qualität“ werden abermals ein „gehobener Qualitätsanspruch“ suggeriert, der mangels Studien nach wie vor nicht gerechtfertigt sei.

Insofern war auch die Werbeaussage „Das ist das richtige ‚Nervenfutter‘ für stressige Zeiten“ aus Sicht des KG unzulässig – genauso wie die Frage „Für wen ist Omnobiotic Stress geeignet?“, die nicht beantwortet wurde. Stattdessen lieferte Allergosan die Erklärung, dass Stress auch Effekte auf die Schleimhäte habe und dass natürliche Darmbakterien eine zentrale Rolle spielten. Aus Sicht der Richter wurde auch hier ein Zusammenhang zwischen dem Produkt und einer funktionierenden Darmschleimhaut suggeriert.

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