OHG: Tipps vom Steuerberater

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Berlin -

Das Interesse von Pharmazeut:innen am gemeinsamen Führen einer Apotheke steigt. Immer mehr Approbierte gründen eine Offene Handelsgesellschaft (OHG). Auch wenn der Anteil gemessen an den restlichen, von eingetragenen Kaufleuten geführten Apotheken noch gering ist, spricht manches für eine OHG.

Während vor zehn Jahren noch 492 OHG bei der Abda gemeldet wurden, waren es 2020 bereits ein Drittel mehr Betriebe, die in dieser Gesellschaftsform gemeinsam von Apotheker:innen geführt wurden. Mehrere Approbierte können sich laut Apothekengesetz (ApoG) nur in Form einer OHG zusammenschließen, um eine Apotheke gemeinsam zu betreiben.

Steuerberater und Rechtsanwalt Stefan Kurth verweist darauf, dass es der Apotheker:in als dem letzten freien Beruf verwehrt sei, eine haftungsbegrenzende Gesellschaftsform zu führen, obwohl das Berufsbild des Apothekers durchaus gewerbliche Züge beinhalte. Er gibt Ratschläge, auf was künftige Partner:innen achten sollten.

Der Zusammenschluss beinhalte, „dass der selbstständige Apotheker alle seine Apotheken in der OHG führen muss und nicht lediglich einen Filialbetrieb mit einem Dritten in einer OHG führen darf“, sagt er. Personell gibt es unter Umständen Einsparmöglichkeiten: Um eine Filialleitung muss sich die OHG nur dann nicht kümmern, wenn die Anzahl der Inhaber der OHG nicht die Anzahl der Filialapotheken übersteige.

Wichtig ist, dass alle Beteiligten fair mit ihren Bedürfnissen im Gesellschaftsvertrag bedacht werden. „An der Gesellschaft müssen die Apotheker nicht im gleichen Verhältnis beteiligt sein“, sagt Kurth. Gleichzeitig könne jede:r Geschäftsführer:in sein. „Wichtig ist, dass von vornherein keine Fragen ausgeklammert werden und dass insbesondere bei der Zwei-Mann-OHG auch Mehrheitsentscheidungen regelmäßig Einstimmigkeit bedeuten. Dies darf gerade in Umbruchszeiten nicht zur Blockade führen.“

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