Die Dr. Wolff Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Die Verkaufserlöse stiegen zum 23. Mal in Folge und lagen bei 384 Millionen Euro. Die Pharmasparte mit den Marken Linola und Vagisan entwickelte sich besonders gut. Der geschäftsführende Gesellschafter Eduard R. Dörrenberg verwies auf den Wettbewerb aus China.
Dr. Wolff bietet in Apotheken unter anderem die Marken Vagisan und Linola an. Die Pharmasparte entwickelte sich mit einem Plus von 10,2 Prozent positiv. Der Gesamtumsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 133,6 Millionen Euro – und macht damit ein Drittel aus. Der Hauptteil wird mit Kosmetik (Alpecin, Plantur, Alcina) umgesetzt.
In Deutschland entwickelte sich das Geschäft leicht positiv: Der Umsatz lag bei 227 Millionen Euro, ein Plus von 2,4 Prozent. International legten die Verkaufserlöse um 12,8 Prozent auf 157 Millionen Euro zu. „Die Strategie Internationalisierung und Innovation geht auf“, sagte die Finanzchefin Sybille Wasmuth.
Die Gynäkologie-Sparte wächst demnach weiter stark. „Die Eigenverantwortung der Frauen, was Intimpflege angeht, ist ‚gigantisch‘“, so Dörrenberg. Weitere Neuheiten seien für 2026 geplant. Mit Vagisan erwirtschaftete das Familienunternehmen 2025 rund 64,6 Millionen Euro (plus 9,9 Prozent).
Der Umsatz bei Linola lag bei rund 64 Millionen Euro (plus 6,7 Prozent). Das Thema Haut bleibe wichtig. Mit dem Launch von Linola Nachtkerzenöl sei der Bereich Arzneimittel gestärkt worden. „Für uns ein wichtiger Meilenstein hier wieder ein neues Arzneimittel präsentieren zu können“, sagt Dörrenberg.
Bei Linola gibt es im April die Neueinführung Linola Akut Solution für die Kopfhaut. „Massiv freut uns, den deutschen Arzneimittelmarkt etwas aufzurollen.“ Es sei gelungen, im ersten Anlauf das stärkste freiverkäufliche Kortison in den Markt bringen zu können. „Eine bahnbrechende Veränderung“, so der Firmenchef. „Apotheken sind nach wie vor extrem wichtig, gerade für Arzneimittel. Natürlich sehen wir dort auch, dass der Onlinebereich dort wächst. Die Apotheke bleibt für uns weltweit ein absolut wichtiger Vertriebskanal. In vielen Ländern stellen sich Apotheken und Drogerie als ein Kanal dar.“
Das Thema Innovation sei elementar. Mittlerweile gebe es eine „Patentfamilie“ – auch für zwei weitere Stoffe Patente oder Formulierungspatente angemeldet. Der Wirkstoff DMG in Alpecin gegen Haarausfall sei patentiert. In Deutschland sei der Launch „sehr gut angenommen“ worden. Die Neuheit werde für Herren erstmalig nur online angeboten. Hintergrund sei die Compliance, über den direkten Kontakt könne gegengesteuert werden, um diese zu erhöhen.
International sei das Amerikageschäft immer noch sehr klein, in Asien laufe es weiter gut mit plus 9 Prozent. „Insgesamt ist es weiter wichtig für uns zu expandieren“, so Dörrenberg. Sorgen bereiten dem Unternehmer neue Wettbewerber aus Asien. „Wir kennen die Kosmetik aus Korea. Ich kann ihnen sagen, China kommt, mit brutaler Macht.“
Die chinesischen Marken wiesen eine Top-Qualität in einer Top-Geschwindigkeit sowie einen erstklassigen Preis aus. Die Chinesen arbeiteten deutlich mehr als die Deutschen. Die Arbeit sei mindestens so effizient. „Das sind dramatische Veränderungen, auch wir werden uns damit intensiv auseinandersetzen.“
Das laufende Jahr sei positiv mit einem Umsatzplus von 13 Prozent im ersten Quartal gestartet. In 2026 soll der Umsatz auf 419 Millionen Euro steigen, was ein Plus von 9 Prozent ausmachen würde. Schwierigkeiten könne das Thema Supply Chain bereiten. Das Unternehmen sei in der dritten und vierten Verarbeitungsstufe vom Irankonflikt betroffen.
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