Arzneimittelschmuggel

DocMorris: Lunapharm im Webshop

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Berlin -

Am 12. Juli berichtete das ARD-Magazin „Kontraste“ erstmals über eine Bande, die teure Medikamente aus Griechenland und Italien nach Deutschland geschmuggelt haben soll. Die hochpreisigen Arzneimittel sollen während des Transports nicht sachgerecht gelagert worden sein. Im Visier der Ermittler steht der brandenburger Pharmahändler Lunapharm, der die Schmuggelware vertrieben haben soll. Inzwischen wurde Lunapharm die Betriebserlaubnis entzogen, diverse Chargen der betroffenen Arzneimittel mussten zurückgerufen werden. Im Webshop von DocMorris ist Ware des Pharmahändlers noch gelistet.

Herceptin (Trastuzumab, Roche), Avastin (Bevacizumab, Roche) Lucentis (Ranibizumab, Novartis) und Mabthera (Rituximab, Roche) zählen zu den betroffenen Arzneimitteln, die mit Diebstahl und Schmuggel in Verbindung gebracht werden. Im Webshop von DocMorris werden die Präparate jedoch noch angeboten, darüber berichten die Potsdamer Neuesten Nachrichten. Der Online-Händler teilte dem Blatt auf Anfrage mit, „dass die Apotheke DocMorris keine Produkte des Unternehmens Lunapharm auf Lager hat und diese auch seit mehreren Jahren nicht an Patienten abgegeben wurden“.

DocMorris wird wie folgt zitiert: „Die Behörden haben nicht das Medikament an sich zurückgerufen. Daher finden Sie das Arzneimittel auch noch in unserem Webshop.“ Eine Bestellung sei jedoch nicht möglich, denn DocMorris müsse die Arzneimittel „über den deutschen Pharmagroßhandel beziehen, der aber natürlich über den Rückruf informiert worden ist“.

Zudem gebe interne Sicherheitssysteme, die einen Wareneingang der betroffenen Arzneimittel nicht zulassen würden. Das Versandapotheken mit der Überarbeitung des Webshops nicht immer tagesaktuell sind, zeigte sich auch im Fall Valsartan. Auch nach dem Rückruf waren Präparate gelistet, die aufgrund einer Verunreinigung des Wirkstoffs mit dem als potentiell krebserregend eingestuften NDMA zurückgerufen wurden.

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