Zweite Lunapharm-Sondersitzung

AIFA: Griechische Quelle lieferte „gewaschenes“ Diebesgut Lothar Klein, 08.08.2018 14:45 Uhr

Berlin - Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) muss sich erneut vor dem Gesundheitsausschuss des Landtages für die Lunapharm-Affäre um mutmaßlich aus Griechenland geschmuggelte Arzneimittel verantworten. Dieses Mal soll das „Behördenversagen“ im Mittelpunkt der Sondersitzung stehen. Dazu liegen inzwischen neue Erkenntnisse vor: Die italienische Arzneimittelaufsicht AIFA teilte APOTHEKE ADHOC mit, dass sie die deutschen Behörden per RAS-Meldung über den Verdacht informiert hat, dass Lunapharm über die griechische Quelle auch aus italienischen Kliniken gestohlene Arzneimittel vertrieben hat.

Wie die CDU-Fraktion des Brandenburger Landtages bestätigte, soll der Antrag auf eine zweite Sondersitzung des Gesundheitsausschusses noch in dieser Woche gemeinsam mit der Fraktion der Grünen eingereicht werden. Nachdem sich der von Golze in der ersten Sondersitzung gegen zwei Mitarbeiter geäußerte Verdacht der Bestechlichkeit nicht bestätigt habe, gehe es jetzt darum, das offensichtliche „Behördenversagen“ aufzuklären.

Die Sondersitzung wird voraussichtlich am 16. August stattfinden. Zunächst muss das Präsidium des Landtages den Antrag der Opposition bestätigen. Wegen der politischen Sommerpause geht die CDU-Fraktion davon aus, dass die Sondersitzung am Donnerstag kommender Woche einberufen werden kann. In der Sondersitzung soll die Personalsituation in der Arzneimittelaufsicht Brandenburgs zur Sprache kommen. Derzeit ist nur ein GMP-Inspektor aktiv. Jahrelang soll es immer wieder aufgrund von Personalwechseln zu Engpässen gekommen sein. Der von Golze der Bestechlichkeit beschuldigte ehemalige Dezernent der Aufsichtsbehörde LAVG und zwischenzeitliche Referent im Gesundheitsministerium hatte laut Medienberichten bereits vor längerer Zeit auf Personalprobleme aufmerksam gemacht.

Inzwischen bestätigte die italienische Arzneimittelaufsicht AIFA gegenüber APOTHEKE ADHOC, dass Lunapharm auf direktem Weg keine Arzneimittel aus Italien bezogen hat. Allerdings seien in Italien zugelassene Arzneimittel über einen griechischen Zwischenhändler an Lunapharm geliefert worden. Dazu verweist AIFA auf eine Liste von gut 320 Arzneimittelpositionen, die via RAS-Meldung an die deutschen Behörden übermittelt wurde. „Wir haben die deutschen Behörden offiziell unterrichtet, dass die meisten aus Italien stammenden Arzneien aus Diebstählen in Italien stammen“, so AIFA.

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