„Da ist jeder einzelne Apotheker superglücklich“

Von Tele-Ärzten, Uralt-Edikten und Henkern APOTHEKE ADHOC, 24.09.2020 10:19 Uhr

Berlin - Zur Rose will in diesem Jahr als Gesundheitsplattform starten – auf dem die Leistungserbringer um die Gunst der Kunden konkurrieren sollen. CEO Walter Oberhänsli geht davon aus, dass er damit ein Modell hat, dem sich auch viele Apotheken anschließen werden. Für Verweise auf das Edikt von Salerno hatte er im Interview mit dem Tagesspiegel eine martialische Antwort parat.

Nicht nur Apotheker, sondern auch Ärzte sollen auf das neue Angebot aufgeschaltet werden – mit Teleclinic hat Zur Rose gerade einen entsprechenden Anbieter übernommen. Im Interview mit dem Tagesspiegel versprach Oberhänsli, dass er hier nicht gegen geltende Gesetze verstoßen wird: „Die Wahlfreiheit des Patienten ist für uns unantastbar, und alles, was wir tun werden, wird diesem Grundsatz Rechnung tragen, das sei hiermit garantiert.“ Die Idee der Akquisition sei auch keinesfalls gewesen, dass Rezepte automatisch in die eigenen Versandapotheken zu leiten: „Das wäre wirklich dümmlich, wenn wir so etwas anstreben wollten.“

Teleclinic sei ein eigenständiges Geschäftsmodell mit großen Chancen hat. „Das hat mit unserer eigenen Aktivität zunächst wenig zu tun. Nichtsdestotrotz sehen wir natürlich, dass ein Telemedizinservice für Kunden, die bei uns Arzneimittel kaufen, eine wichtige Ergänzung sein kann. Wir wollen uns in Richtung eines Ökosystems entwickeln, das unsere Kernleistung mit zusätzlichen Services anreichert. Da ist Telemedizin ein wichtiger Schritt, aber nochmal: Die Wahlfreiheit bleibt immer erhalten.“

Allerdings räumt der CEO auch unmittelbar ein, dass er die Trennung von Verordnung und Verkauf für überholt hält: „Ich bin wirklich sehr geschichtsaffin, ich finde auch das Edikt von Salerno toll, aber nichtsdestotrotz: Es kann doch nicht der Anspruch sein, dass wir uns sklavisch an 800 Jahre alten Gesetzen orientieren. Sonst würden wir heute noch mit dem Hackebeil die Köpfe von Delinquenten abschlagen.“

Telemedizin sollte laut Oberhänsli nicht als Angriff auf das freie Ärztesystem verstanden werden. „Da wäre für uns eine Grenze überschritten. Es gibt eine Studie von McKinsey, die prognostiziert, dass 10 Prozent der Arztkonsultationen künftig telemedizinisch stattfinden. Wenn das stimmt, ist Telemedizin für sich alleine ein attraktives Geschäftsmodell, und es entspricht vor allem einem hohen Kundenbedürfnis.“

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