„Die Leute sind einfach nicht mehr bereit, sich in der Apotheke anstecken zu lassen“

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Die Angst vor der Ansteckung: Laut Walter Oberhänsli, CEO von Zur Rose, meiden viele Kunden derzeit die Apotheken.
Berlin -

Versandapotheken gehören zu den Gewinnern der Corona-Krise, und Walter Oberhänsli, CEO von Zur Rose, erklärt seinen Aktionär:innen in einer Videobotschaft auch den Grund: „Die Leute sind einfach nicht mehr bereit, sich in der Apotheke anstecken zu lassen, und haben deshalb verstärkt online gekauft.“

In der Gesellschaft erlebe derzeit einen Wechsel von Offline zu Online, das sei auch im Apothekenmarkt nicht anders, so Oberhänsli. „Die Corona-Krise hat das ihrige dazu beigetragen, dass der Wechsel sich noch verstärkt hat.“ Oberhänsli überzeugt, dass die Kunden, die man neu gewonnen habe, auch nachhaltig bei Zur Rose bleiben werden. „Das ist auch keine Eintagsfliege.“ Die Digitalisierung trage das ihre dazu bei.

Nicht zuletzt durch die Corona-Krise habe sich der deutsche Gesetzgeber sich dazu entschieden, ein elektronisches Rezept einzuführen – und zwar verpflichtend ab Anfang kommenden Jahres, so Oberhänsli weiter. „Das bedeutet natürlich eine große Chance und wird eindeutig auch einen Wachstumstreiber darstellen. Denn heute muss der Kunde sein Papierrezept einschicken, morgen kann er es forwarden entweder zu einer Versandapotheke oder zu seiner stationären Apotheke.“ Das werde den Wechsel beschleunigen, sodass auch im Rezeptgeschäft ein relevanter Online-Anteil entstehen werden. „Heute liegt er in Deutschland bei gut ein Prozent, wir rechnen damit, dass er mittelfristig in drei bis fünf Jahren bei bis zu 10 Prozent liegen wird.“

Die Videobotschaft schickt Zur Rose an die Aktionäre, weil auch in diesem Jahr wegen Corona die Generalversammlung ohne physische Präsenz stattfinden muss.

 

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