Oberhänsli: Rx-Boni-Verbot hat keine Wirkung

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Berlin - Seit Anfang des Jahres dürfen ausländische Versandapotheken keine Boni mehr auf verschreibungspflichtige Arzneimittel geben. Bei Zur Rose hat das offenbar keinerlei Effekt auf das Rx-Geschäft. Das erklärte CEO Walter Oberhänsli am Donnerstag gegenüber Investoren.

Wer erwartet haben sollte, dass das Boni-Verbot dem Zuwachs beim Rx-Geschäft der Hollandversender einen Dämpfer gibt, hat sich wohl getäuscht. Oberhänsli gibt sich demonstrativ gelassen: „Wir sehen keinerlei Wirkung des Rx-Boni-Verbots. Unser Rx-Geschäft entwickelt sich stabil und wir erwarten auch im laufenden Jahr keine Auswirkungen“, erklärte er bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2020. „Wir erwarten weiterhin ein zweistelliges Wachstum in dem Segment.“ Entsprechend entspannt gibt sich Oberhänsli auch mit Blick auf eine mögliche Anfechtung des Gesetzes: „Dazu bräuchte es einen Fall vor dem Europäischen Gerichtshof und der ist gerade nicht absehbar“, so Oberhänsli. „Wir halten uns an das Gesetz und geben keine Rx-Boni mehr.“

Beim Hauptkonkurrenten Shop Apotheke klang das alles zuletzt noch anders. Man erwäge, trotz des Boni-Verbots weiter Boni zu geben, erklärte CEO Stefan Feltens Ende 2020. In Venlo geht man davon aus, dass das Boni-Verbot europarechtswidrig ist. Am Rx-Boni-Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom Oktober 2016 habe sich „faktisch nichts geändert“, so Feltens. Er erwarte – anders als jetzt Oberhänsli – spürbare Auswirkungen des Boni-Verbots: „Wir gehen davon aus, dass wir dann im Segment verschreibungspflichtige Arzneimittel erst einmal nicht mehr wachsen würden.“ Bei der Vorstellung der Jahresbilanz untermauerte er diese Einschätzung. „Wir gehen nicht davon aus, dass die E-Rezept-Einführung großen Einfluss auf Rx-Umsatz 2021 haben wird“, sagt er. Nicht zuletzt schuld daran sei das im vergangenen Jahr beschlossene Rx-Boni-Verbot, „von dessen Europarechtswidrigkeit wir nach wie vor ausgehen“.

Doch nicht nur in der Haltung zum Gesetz, auch in den Geschäftszahlen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Schwergewichten unter den Versandapotheken. Während Shop Apotheke 2020 sein Ziel erreichte, erstmals in die Gewinnzone zu gelangen, lieferte Zur Rose einen Rekordverlust. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 135,6 Millionen Schweizer Franken (123 Millionen Euro) – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Besonders Umbaumaßnahmen, Sonderkosten für Übernahmen sowie Abschreibungen infolge eines Preisrückgangs bei Produkten zur Pandemiebewältigung haben nach Konzernangaben die Bilanz gedrückt.

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