Der Plan für den DocMorris-Marktplatz

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Berlin -

DocMorris will zurück auf den Marktplatz. Das Image des gesichtslosen Callcenter-Versenders soll eingetauscht werden gegen Persönlichkeit, Nähe, Versorgung vor Ort. Jetzt liegen erstmals Pläne vor, wie sich die Zur Rose Tochter den Marktplatz vorstellt. Kurz gesagt: In der Mitte alles grün und drum herum alles zu.

Päckchen packen reicht heute nicht mehr, auch eine bis ins Letzte perfektionierte Logistik begeistert den verwöhnten Kunden heute kaum noch – zumal die letzte Meile der Auslieferung dann doch oft schmerzhaft steinig ist. Also muss auch DocMorris – Amazon macht es vor – mehr bieten: Gesundheitsplattform ist das Gebot der Stunde. Klingt trotzdem noch etwas distanziert, der Begriff Marktplatz hat dagegen so etwas heimeliges. Und da Zur Rose-CEO Walter Oberhänsli seinen Faible für Historisches bewiesen hat, soll sich das neue Konzept an Bewährtem orientieren.

Sollten die Apotheken doch nicht so superglücklich mit den Plänen des Versenders sein, wird eben der Platz zwischen den Apotheken zurückerobert. Bude an Bude mit grüner Planen reiht sich dann auf dem Marktplatz. Und da gibt es einfach alles: Arzneimittel sowieso, denn die Auslieferung an einem mobilen Verkaufstresen auf Kopfsteinpflaster ist eine Spielart des Versandhandels, deren Verbot verfassungsrechtliche Bedenken entgegenstehen.

Gleich nebenan wird telemedizinische Beratung feilgenboten, Krankschreibung vor Ort inklusive, mit privatem Krankentransport nach Hause. Neben dem DocMorris-Barbier und Badeknechten teilen sich Schmied und Zinngießer einen Stand. Und auf besonderen Wunsch aus der Unternehmensspitze soll im Zentrum des Marktplatzes eine grüngoldene Richtstätte entstehen – nur symbolisch natürlich. Denn ernsthaften Ärger kann sich auf dem Marktplatz nur einhandeln, wer die Wahlfreiheit des Patienten beschränkt. Dazu wird aber kaum noch Gelegenheit sein, da die umliegenden Geschäfte (und Apotheken) laut Modellzeichnung bereits aufgegeben haben. Schöne grüne Welt.

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