Sempora-Apothekenmarktstudie

Amazon schneller als Pro Avo und Zukunftspakt APOTHEKE ADHOC, 29.06.2020 12:58 Uhr

Die Hersteller erwarten eine steigende Bedeutung des Versandhandels durch das eRezept – sowohl für Rx- als auch für OTC-Umsätze. 95 Prozent der Hersteller erwarten einen deutlichen Anstieg des Rx-Anteils der Versandapotheken. Die Auffassung, dass die Einführung des eRezeptes auch Auswirkungen auf freiverkäufliche Arzneimittel haben wird, teilt die Hälfte der Befragten. Von 75 Prozent werden verstärkte Kundenströme in die Versandapotheke und damit einhergehende Verbundkäufe zugunsten des OTC-Geschäfts erwartet. Ebenso viele sind der Meinung, dass OTC-Hersteller vor dem Hintergrund der eRezept-Einführung in ihre Zusammenarbeit mit Versandapotheken investieren müssen. „Viele OTC Hersteller haben noch gar nicht verinnerlicht, was das eRezept mit ihren Vertriebskanälen machen wird – da denken viele nur an Rx. Aber das gesamte Distanzhandelsgeschäft wird durch das eRezept durchgewirbelt“, so Zander.

Das Verbraucherinteresse an einer digitalen Bestell-Plattform, über die das Angebot teilnehmender stationärer Apotheken erreichbar ist – vergleichbar mit einem „Apotheken-booking.com“ – ist laut Sempora-Studie „weitgehend vorhanden“. 55 Prozent der befragten Konsumenten würden ein entsprechendes Angebot nutzen. Die Plattform „Ihre Apotheken“ (ia.de) des Zukunftspaktes von Noweda/Burda ist allerdings nur 18 Prozent der Befragten bekannt. Im Durchschnitt schätzen die Hersteller die Relevanz von Online-Verkaufsplattformen als Vertriebskanal abseits von Amazon und Versandapotheken zwar aktuell noch als gering, in drei Jahren jedoch als moderat ein. Fast 90 Prozent der Apotheken lehnen es allerdings heute und auch in Zukunft ab, freiverkäufliche Produkte über andere Plattformen als Amazon zu verkaufen.

Im Vergleich zu den geplanten, digitalen Plattform-Konzepten von Apothekenkooperationen und Versandapotheken können Pro AvO und der Zukunftspakt der Studie zufolge aus Sicht der Hersteller nicht bestehen. Für nur 13 Prozent der Befragten können die Zusammenschlüsse Pro AvO und Zukunftspakt die Apothekenkooperationen ersetzen und für 55 Prozent kommen die Zusammenschlüsse nicht gegen die geplanten Plattformen der Versandhändler an. Auch Amazon wird in diesem Zusammenhang als zu dominant angesehen. Fast zwei Drittel der Befragten sind der Auffassung, dass es den geplanten Plattformen von Pro AvO und Zukunftspakt nicht gelingen wird, sich gegen Amazon durchzusetzen. „Amazon ist hier das Dark Horse. Es wird viel spekuliert, wo es gerade steht – aber die meisten sind sich sicher, dass es das schnellste Pferd sein wird“, sagt Zander.

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