Cannabis: Dr. Reddy‘s kauft Nimbus | APOTHEKE ADHOC
Betapharm-Mutterkonzern

Cannabis: Dr. Reddy‘s kauft Nimbus

, Uhr
Berlin -

Mit Betapharm könnte bald ein weiterer Generikahersteller ins Geschäft mit Cannabis einsteigen. Der indische Mutterkonzern Dr. Reddy‘s kauft das deutsche Unternehmen Nimbus Health.

Nimbus Health ist ein Großhändler aus Frankfurt, der sich auf medizinisches Cannabis konzentriert. Gegründet 2018, gehört Nimbus nach eigenen Angaben zu den Pionieren für medizinisches Cannabis in Deutschland. Neben den beiden Unternehmern Linus Maximilian Weber (ehemals Fresenius und EY) und Dr. Alessandro Rossoni (ehemals Alixpartners) waren die beiden Investoren Maximilian Waldmann und Frederic Haitz beteiligt, die die Reiseplattform Conichi gegründet hatten.

Nimbus bleibt Nimbus

Die Übernahme soll es Dr. Reddy's ermöglichen, auf den Stärken von Nimbus Health aufzubauen und medizinische Medikamente auf Basis von Cannabis als vielversprechende Behandlungsoption für Patienten einzuführen. Das Unternehmen soll unter der Marke Nimbus Health und als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Dr. Reddy's operieren.

Über den Kaufpreis wurden Stillschweigen vereinbart, Dr. Reddy's hat neben einer Vorauszahlung weitere leistungs- und meilensteinbasierte Earn-Outs über die nächsten vier Jahre in Aussicht gestellt. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden.

Die Nachfrage nach medizinischem Cannabis ist nach Firmenangaben in den letzten Jahren mit der Legalisierung von medizinischem Cannabis durch den Deutschen Bundestag im Jahr 2017 gestiegen. Der Markt in Deutschland sei seitdem durchschnittlich um 55 Prozent pro Jahr gewachsen und werde bereits auf rund 122 Millionen Euro geschätzt. Damit sei Deutschland einer der größten Märkte in Europa. Rund 150.000 deutsche Patienten profitierten von dieser Therapieoption.

Patrick Aghanian, Head of European Generics, Dr. Reddy's, kommentierte: „Medizinisches Cannabis wird zunehmend verwendet, um einen hohen ungedeckten medizinischen Bedarf zu decken und zu behandeln, insbesondere in der Schmerzbehandlung und im ZNS. Darüber hinaus werden zahlreiche Studien durchgeführt, um medizinisches Cannabis zu nutzen und einzuführen. Wir glauben, dass daran in der zukünftigen Gesundheitsversorgung kein Weg vorbei führt.“

Nimbus Health habe sich als schnell wachsende, hoch angesehene, zukunftsweisende Plattform mit einem hervorragenden Netzwerk von Handelspartnern und Zugang zu Know-how etabliert, gerade im Bereich der Erstattung durch die Krankenkassen. „Da immer mehr europäische Länder die Verwendung von medizinischem Cannabis übernehmen, wird die Fähigkeit, neue Regionen zu nutzen und darauf zuzugreifen, von entscheidender Bedeutung sein.“

„Wir waren wirklich begeistert, als Dr. Reddy's auf uns zukam und die hocheffiziente Import-, Registrierungs- und Einführungsplattform von Nimbus für verschiedene medizinische Cannabismarken in Deutschland anerkannte“, so Weber. „Die gemeinsamen Werte gaben uns das Vertrauen, dass wir weiter uns auf das bestehende Geschäft konzentrieren können und gemeinsam das Wachstum voranzutreiben. Wir freuen uns, mit Dr. Reddy's zusammenzuarbeiten, um Synergien zu aktivieren, die das Wachstum in allen Sektoren unterstützen.“

Rossoni sagt: „Die Beziehung zwischen Dr. Reddy's und Nimbus Health hat sich im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt. Es fühlte sich wie eine natürliche Übereinstimmung an, die nächsten Schritte gemeinsam zu gehen. Wir freuen uns, dass Dr. Reddy's das Potenzial von Nimbus auf dem Markt für medizinisches Cannabis anerkannt hat. Dr. Reddys Engagement setzt einen bedeutenden Meilenstein für die Weiterentwicklung medizinischer Medikamente auf Cannabinoidbasis und die Erschließung neuer Möglichkeiten zum Wohle der Patienten. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir als Teil von Dr Reddy's unsere Geschäftstätigkeit auf die nächste Stufe zu heben und unseren Einfluss auf diesem sich schnell entwickelnden Markt weiter zu steigern.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Wechsel bei Hersteller
Von Wörwag zu Cheplapharm »
Mehrkosten bei Antibiotika
Infectopharm schreibt an Lauterbach »
Mehr aus Ressort
Marketingaktion für Grippostad & Co.
Videogutscheine: Stada abgemahnt »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Impflücken und fehlende Booster
Chinas Impfproblem»
Gesundheitsministerin Sachsen-Anhalt
Grimm-Benne: Impfteams bis Februar»
KHPflEG im Bundestag verabschiedet
eGK-Identverfahren in der Apotheke»
Mehr als ein „beleuchtetes Stück Papier“
Gematik gegen Verschlüsselung des E-Rezeptes»
Per Fragebogen zum Medikament
Online-Rezept von Amazon»
WHO vergibt neuen Namen
Mpox statt Monkeypox»
A-Ausgabe Dezember
90 Seconds of my life»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Schwangere sind nicht automatisch befreit
Retaxgefahr: Zuzahlung in der Schwangerschaft»
Mehrkosten, Belieferung & Heilung
Retaxgefahr: BG-Rezept»
Schlüsselrolle bei wichtigen Stoffwechselfunktionen
Hautvitamin B2: Vorstufe von Coenzymen»
Trockene Haut, Rötungen und Entzündungen
Handekzeme: Ursache, Symptome, Behandlung»