Effiziente Produktion

Dr. Reddy’s: Dateningenieure trimmen Generikakonzern

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Berlin -

Der indische Generikakonzern Dr. Reddy’s hat sich zum Ziel gesetzt, das effizienteste Pharmaunternehmen der Welt zu werden. Am größten Standort in Bachupally, Hyderabad, wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Das Weltwirtschaftsforum nimmt das Werk des Betapharm-Mutterkonzerns nun in sein „Global Lighthouse Network“ auf.

Alles begann vor vier Jahren mit der Digitalisierung von Infrastruktur und Prozessen. Dazu gehörten die Modernisierung der Infrastruktur und die Digitalisierung von Prozessen für eine umfassende Datenerfassung: Echtzeitdaten und -einblicke bildeten die Grundlage für das Projekt ‚OpsNext‘, das vor zwei Jahren initiiert wurde, um das Werk in eine Industrie-4.0-getriebene ‚Leuchtturmfabrik‘ gemäß der Definition des Weltwirtschaftsforums zu verwandeln.

Am Standort wurden sechs der acht Technologien von 4IR eingesetzt: Advanced Analytics, Digital Twins, Robotic Process Automation, Augmented/Virtual/Mixed Reality, Digital Performance Management und Industrial Internet of Things (IIoT). Das OpsNext-Team identifizierte mehr als 40 mit Geschäftsergebnissen verknüpfte Anwendungsfälle, die sich auf verschiedene Produktivitätsaspekte wie Kundenservice, Qualität, Energieverbrauch, Nachhaltigkeit, Anlageneffizienz und Mitarbeiterproduktivität auswirken. Der Konzern investierte auch stark in den Aufbau von speziellen Mitarbeiterkapazitäten wie digitale und analytische Übersetzer, Datenwissenschaftler und Dateningenieure.

Erste Ergebnisse

Erste Ergebnisse sind nach Firmenangaben bereits zu sehen: Die Herstellungskosten konnten um 40 Prozent verbessert werden, alleine der Energieverbrauch ist 41 Prozent niedriger. Die Vorlaufzeit für die Produktion sank um 30 Prozent, gleichzeitig kommen Qualitätsabweichungen seltener vor.

Die Anstrengungen sind kein Selbstzweck: Es geht darum, wettbewerbsfähig zu bleiben und die geschäftlichen Notwendigkeiten sowie die ESG-Ziele in Bezug auf Umweltschutz zu erfüllen. In Zahlen: Bis 2030 sollen 100 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt und Kohlenstoffneutralität im direkten Betrieb erzielt werden. Mehr als 1,5 Milliarden Patienten will der Konzern dann versorgen.

Sanjay Sharma, Global Head of Manufacturing, sagte: „Die erfolgreiche Aufnahme unseres 25 Jahre alten Standorts in Hyderabad als ‚Digital Lighthouse‘-Fabrik ist ein bedeut ender Meilenstein auf unserem Weg zur Produktivitätssteigerung. Wir haben erhebliche finanzielle und betriebliche Auswirkungen dieses Wegs festgestellt. Wir sind dabei, dieses Konzept zu skalieren und auf den Rest unseres Produktionsnetzwerks zu übertragen.“

Francisco Betti, Leiter der Abteilung „Shaping the Future of Advanced Manufacturing and Value Chains“ beim Weltwirtschaftsforum, beschreibt, warum sich die Anstrengungen auszahlen: „Globale Störungen haben die Fragilität der derzeitigen Lieferketten deutlich gemacht. Da steigende Inflation und Materialknappheit den Druck auf die Fertigungsunternehmen erhöhen, zeigen die Leuchttürme, dass die Skalierung des Einsatzes und der Übernahme von Technologien der vierten industriellen Revolution über mehrere Fabriken und Geschäftsfunktionen hinweg der Schlüssel zum schnelleren Erreichen strategischer Ziele wie Geschäftswachstum, Widerstandsfähigkeit und umweltfreundlichere Abläufe ist.“

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