Apothekenkosmetik bei Douglas

Avène will Apo-Rot stoppen

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Berlin -

Apothekenkosmetik bei Douglas: Der DocMorris-Ableger Apo-Rot macht es möglich. Der Eucerin-Hersteller Beiersdorf hat den Ansprechpartnern in Heerlen bereits deutlich gemacht, dass der Auftritt als „Douglas-Partner“ nicht mit dem Depotvertrag in Einklang zu bringen ist. Auch andere Hersteller wollen konsequent gegen das Konzept vorgehen.

„Die Laboratoires Pierre Fabre setzen länderübergreifend auf einen apothekenexklusiven Vertrieb ihrer Marken A-Derma, Ducray, Eau Thermale Avène und Pierre Fabre Dermatologie“, sagt Tobias Dietzsch, als Commercial Director und Vertriebsleiter für das Deutschlandgeschäft verantwortlich ist. Aus diesem Grund habe man in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partnern ein marktübergreifendes selektives Vertriebssystem aufgebaut. „Dieses sichert eine fachlich hochkompetente Beratung unserer Kundinnen und Kunden und damit den optimalen Einsatz unserer nach höchsten dermatologischen Standards entwickelten Produkte.“

Der exklusive Vertrieb über Apotheken gehöre zur Philosophie des Unternehmens. „Ebenso wenig wie im stationären Handel, kann auch im Online-Handel ein nicht auf entsprechender fachlicher Grundlage basierender Vertrieb über digitale Plattformen nicht toleriert werden.“ Wer über keine entsprechende Autorisierung verfüge, müsse von dem Angebot und Vertrieb der Produkte Abstand nehmen. „Umgekehrt erwarten wir von unseren Partnern, dass sie die Rahmenbedingungen unseres Vertriebssystems achten und schätzen. Ein Verkauf unserer Produkte an nicht autorisierte Wiederverkäufer hat daher zu unterbleiben. Darauf dringt Pierre Fabre im eigenen wie auch im Interesse der zahllosen Partnerunternehmen, mit denen wir zum Teil schon seit Jahrzehnten zusammenarbeiten.“

Vor diesem Hintergrund habe man auch in diesem aktuellen Fall bereits „angemessene Maßnahmen ergriffen, um Verstöße gegen die Bestimmungen unseres selektiven Vertriebsvertrages umgehend und nachhaltig abzustellen“. Dietzsch: „Dies werden wir auch in Zukunft so halten – mit Augenmaß, aber auch in der nötigen Bestimmtheit.“

Beiersdorf hatte umgehend auf den Vorstoß von Apo-Rot reagiert – und zwar erfolgreich. Grundsätzlich dürfen die Partner des Depotvertrags Eucerin-Produkte zwar über Marktplätze beziehungsweise Plattformen verkaufen – aber nur solange sie selbst der Absender beziehungsweise Verkäufer sind. Seit der Intervention des Herstellers werden die Produkte als „demnächst wieder lieferbar“ angezeigt. Andere Produkte sind noch erhältlich, aber nicht mehr über Apo-Rot, sondern vielmehr direkt von Douglas. Offenbar hat sich die Parfümeriekette wieder Ware aus dem Graumarkt besorgt.

Seit Anfang vergangener Woche sind zahlreiche Apothekenmarken bei Douglas zu finden. Versand durch Douglas-Partner, heißt es kleingedruckt auf den jeweiligen Produktseiten. Klickt man auf das Info-Symbol, öffnet sich ein Fenster mit der Information: „Dieses Produkt wird Ihnen von unserem Partner Apo-Rot geschickt.“ Dadurch entstünden keine zusätzlichen Kosten. „Sie kaufen weiterhin wie gewohnt bei douglas.de ein.“ Erster Ansprechpartner bei Fragen zu den Produkten sei entsprechend auch der Douglas-Kundenservice.

Angeboten werden zahlreiche Kosmetikmarken, darunter Allgäuer, Avène, Bio-H-Tin, Cetaphil, Dermasence, Dr. Hauschka, Eubos, Eucerin, La Mer, La Roche-Posay, Lierac, Nuxe, Skinceuticals und Vichy. Aber es gibt auch andere Produkte aus der Freiwahl, zum Beispiel Biolectra, Omnibiotic, Priorin, Pure und Vitasprint. Teilweise wird das neue Angebot über Google-Ads beworben – wer beispielsweise nach Calcimed sucht, erhält als ersten Treffer: „Jetzt entdecken auf Douglas.de!“

Laut Olaf Heinrich, CEO von DocMorris, ist die Aktion eine Art Testballon: Es gehe darum zu lernen, wie Marktplätze funktionierten. Für Apo-Rot hat man sich in Heerlen bewusst entschieden, – zumal man mit der Marke, wie DocMorris betont, auch auf anderen Plattformen wie Ebay oder Amazon vertreten ist. „Wir haben Marken mit starkem Wachstum, wir haben Marken, die vor allem für den Preisvergleich interessant sind und wir haben Marken, um solche Dinge auszuprobieren“, so Heinrich.

 

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