Apotheker wehrt sich gegen „Löwen-Creme“

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Berlin -

Der Erfolg war durchschlagend: Alle Investoren in der „Höhle der Löwen“ wollten sich an der Parodont-Creme von Zahnarzt Ismail Özkanli beteiligen. Nachdem die Folge im Fernsehen lief, stieg der Absatz im Drogeriemarkt an. Doch nach der Party droht nun Ärger: Ein Apotheker hat den Hersteller abgemahnt, da es sich bei dem Produkt um ein unzulässiges Präsentationsarzneimittel handele.

Das Zahnfleischgel soll bei Parodontose eingesetzt werden, aber auch bei Herpes, Aphthen oder Druckstellen von Prothesen. Zwei- bis dreimal täglich muss das Gel auf das Zahnfleisch aufgetragen und einmassiert werden. In Apotheken wurde Parodont seit 2014 rund 25.000-mal verkauft. Özkanli hat die Wirkung angeblich in einer Doppelblindstudie untersucht. Die „Löwen“ standen Schlange, um dem Zahnarzt Geld für den größeren Vertrieb seines Produktes zu geben.

Apotheker Christian Kraus aus Pforzheim hatte den durchschlagenden Erfolg in der Vox-Sendung am 19. September offenbar auch gesehen, konnte sich aber nicht mit den Investoren Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer freuen. Denn aus seiner Sicht dürfte das Produkt gar nicht im Mass-Market angeboten werden. Spätestens seit der Sendung würden Verbraucher die Creme nämlich für ein Arzneimittel halten, so der Vorwurf.

Kraus ließ die Herstellerfirma DS Produkte von seinem Anwalt Moritz Diekmann abmahnen. Verschiedene in der Sendung getätigte Aussagen zu den Eigenschaften des Produkts passen demnach nicht zu einem Kosmetikum – als solches ist die Creme im Handel.

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