Schweiz

Zu teuer: Apotheken verweigern Abgabe von Harvoni Tobias Lau, 11.04.2019 14:55 Uhr

Berlin - In der Schweiz scheuen viele Apotheken das finanzielle Risiko der Abgabe besonders hochpreisiger Arzneimittel. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universitäten Lausanne und Genf. Knapp ein Viertel der darin betrachteten Apotheken hatten sich mindestens einmal geweigert, Patienten das Hepatitis-Medikament Harvoni abzugeben.

Gileads Hepatitis-Medikament Harvoni (Ledipasvir/Sofosbuvir) gehört zum teuersten, was man in einer Apotheke abgeben kann. Eine Packung mit 28 Tabletten kostet so viel wie ein Mittelklassewagen: 15.000 Euro. In der Schweiz ist das nicht anders, auch wenn der Preis mit rund 14.000 Schweizer Franken (12.400 Euro) etwas niedriger ist. Für eine Standardtherapie werden zwei bis drei Packungen benötigt. Was in der Schweiz ebenfalls nicht anders ist: Viele, vor allem kleinere Apotheken arbeiten unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Dem Schweizer Apothekerverband Pharmasuisse zufolge sind es rund 20 Prozent der Betriebe.

Einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung der Universitäten Genf und Lausanne zufolge hat das konkrete Auswirkungen insbesondere für Patienten, die extrem hochpreisige Präparate verordnet bekommen. Die Autoren der Studie „Improving patient access to hepatitis C antiviral medicines in Switzerland: Unterstanding the financial risks for community pharmacicts“ hatten 60 Apotheken im Schweizer Kanton Vaud sowie 68 Hepatitis-C-Patienten unter die Lupe genommen, um zu eruieren, welchen Schwierigkeiten Patienten und Apotheken bei der Versorgung mit antiviralen Hepatitis-Medikamenten begegnen.

114 Apotheken befragten die Studienautoren, 60 von ihnen haben schon Hepatitis-Patienten bedient. 14 dieser 60 Apotheken gaben an, bereits mindestens einmal einem Patienten die Abgabe verwehrt zu haben. Wiederum zehn von diesen 14 gaben an, den Patienten keine weiteren Informationen gegeben zu haben, wo sie stattdessen Harvoni beziehen könnten. „Diese Patienten mussten dann meist auf sich allein gestellt eine Lösung finden“, schreiben die Autoren.

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