Trump kämpft gegen Drogenkrise

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Berlin - US-Präsident Donald Trump hat entschiedene Schritte gegen den seit Jahren zunehmenden Konsum von Opium-Präparaten in den Vereinigten Staaten angekündigt. Er rief aber nicht den nationalen Notstand aus, was Hilfsorganisationen und selbst eine Expertenkommission der Regierung gefordert hatten. Jährlich sterben in den USA Zehntausende Menschen am Missbrauch von verschreibungspflichtigen Opiaten oder illegalen Opium-Drogen. 2015 lag die Zahl offiziellen Angaben zufolge bei 52.000 Toten.

„Ich bin zuversichtlich, dass es gelingt, diese tödliche Epidemie zu bekämpfen, wenn wir mit Gesundheitsexperten und Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten“, sagte Trump am Dienstag. Seit 1999 habe sich die Zahl der Todesfälle nach Überdosen vervierfacht. Anklagen wegen Drogenmissbrauchs seien jedoch in den vergangenen fünf Jahren um 23 Prozent zurückgegangen.

Legal verschriebene Opioide gelten in den USA als Einstiegsdroge für Heroin. Betroffen von der Krise sind nicht nur die Großstädte und Ballungszentren, sondern die ländlichen Regionen, Kleinstädte und Vororte. Bezirke und Bundesstaaten wollen nun gegen die Pharmaindustrie klagen. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung (FAZ) drohen Herstellern wie Janssen (Johnson & Johnson), Purdue, Teva und Allergan Schadenersatzforderungen, als auch Apothekenketten wie CVS und Großhändlern wie McKesson. Purdue Pharma hatte vor etwa neun Jahren Oxycontin auf den Markt gebracht mit dem Argument, der Dauergebrauch habe kein Suchtpotenzial. Mehr als 30 Milliarden US-Dollar sollen bislang mit dem Arzneimittel umgesetzt worden sein.

Ärzte verschrieben Opiate in großem Umfang, der Missbrauch nahm zu. In der Folge wurde der Zugang zu den Arzneimitteln erschwert. Die Konsumenten wichen auf illegale Drogen wie Heroin oder künstlich hergestelltes Fentanyl aus. Nun kämpft das ganze Land mit und gegen die Rauschmittelsucht.

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