MSD-Chef verlässt Trump-Beratergremium

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Berlin -

Kenneth Frazier, Vorstandsvorsitzender des US-Pharmaunternehmens MSD Sharpe & Dome, verlässt ein Beratergremium von US-Präsident Donald Trump. Er habe „eine Verantwortung, Stellung gegen Gewalt und Extremismus zu beziehen“. Trumps Twitter-Antwort folgte auf dem Fuße.

Fraziers Schritt ist eine Reaktion auf die Gewalt in Charlottesville. Ultrarechte, rechtsextreme und neonazistische Gruppen hatten sich am vergangenen Samstag in der 40.000-Einwohnerstadt im Bundesstaat Virginia zu einem „proweißen“ Aufmarsch zusammengefunden. Teilnehmer der Kundgebung lieferten sich schwere Schlägereien mit Teilnehmern einer Protestdemo. Ein Mann fuhr offenbar in voller Absicht mit seinem Auto in eine Gruppe von Demonstranten, tötete eine 32-jährige Frau und verletzte 19 weitere Menschen.

Unter den Teilnehmern der rechten Kundgebung fanden sich Mitglieder des Ku-Klux-Klans und der Alt Right-Bewegung. Sie hatte den republikanischen Präsidentschaftskandidaten 2016 offen unterstützt. Trump mochte sich nie explizit von seinen ultrarechten Fans distanzieren und vermied das auch in seiner Stellungnahme zu den Ausschreitungen vom Wochenende. Er verurteilte den „unerhörten Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt“, sprach aber pauschal von „Gewalt auf vielen Seiten“. Deutlicher wurde Tochter Ivanka: „In unserer Gesellschaft sollte es keinen Platz geben für Rassismus, weiße Herrschaftsansprüche und Neonazis.“

„Die Führer der USA müssen unsere fundamentalen Werte bewahren, indem sie sich klar gegen jegliche Ausprägungen von Hass, Bigotterie und Überlegenheitsgelüsten einer Gruppe positionieren, die dem amerikanischen Ideal, dass alle Menschen gleich sind, zuwiderlaufen“, schrieb Pharmachef Frazier in seiner Stellungnahme. Weniger als eine Stunde brauchte der US-Präsident für seine Twitter-Replik: Jetzt wo Frazier nicht mehr seinem Beratergremium angehöre, „wird er mehr Zeit haben, um die WUCHERMEDIKAMENTENPREISE ZU SENKEN!“

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