Opioid-Krise: Klagewelle gegen Hersteller und Apotheken

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Berlin - Opiate als Einstieg in die Sucht? In den USA rollt eine Klagewelle auf die Pharmaindustrie zu. Grund ist die Opioid-Krise, die das Land im Griff hat. Die Hersteller sollen in den 90er-Jahren den Markt mit Schmerzmitteln überflutet haben – ungeachtet der Risiken. Die Therapie endete für viele Patienten in der Sucht und forderte zahlreiche Todesopfer. Nun soll die Branche zur Rechenschaft gezogen werden.

Legal verschriebene Opioide gelten in den USA als Einstiegsdroge für Heroin. Betroffen von der Krise sind nicht nur die Großstädte und Ballungszentren, sondern die ländlichen Regionen, Kleinstädte und Vororte. Bezirke und Bundesstaaten wollen nun gegen die Pharmaindustrie klagen. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung (FAZ) drohen Herstellern wie Janssen (Johnson & Johnson), Purdue, Teva und Allergan Schadenersatzforderungen, als auch Apothekenketten wie CVS und Großhändlern wie McKesson. Purdue Pharma hatte vor etwa neun Jahren Oxycontin auf den Markt gebracht mit dem Argument, der Dauergebrauch habe kein Suchtpotenzial. Mehr als 30 Milliarden US-Dollar sollen bislang mit dem Arzneimittel umgesetzt worden sein.

Ärzte verschrieben Opiate in großem Umfang, der Missbrauch nahm zu. In der Folge wurde der Zugang zu den Arzneimitteln erschwert. Die Konsumenten wichen auf illegale Drogen wie Heroin oder künstlich hergestelltes Fentanyl aus. Nun kämpft das ganze Land mit und gegen die Rauschmittelsucht.

Ohio zählt zu den am stärksten von Abhängigkeit betroffenen US-Bundesstaaten. Nach Angaben der Behörden erhielten 2,3 Millionen Patienten Rezepte für die starken Schmerzmittel. Das entspricht ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung des Mittelweststaates. Im Landkreis Ross County im Süden Ohios wurde bereits Anklage erhoben. Denn dort sind besonders viele Einwohner abhängig.

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